MSV Duisburg: Zebras fehlt es an Klasse und Können
zuletzt aktualisiert: 28.02.2010 - 14:31"Wir machen vorne und tun, aber nur ein hoher Ball vors eigene Tor ist sofort eine gegnerische Chance, das kann nicht sein.” O-Ton Christian Tiffert. Sein Dreck verschmiertes Gesicht zeugt von mühevoller, aber erfolgloser Kleinarbeit, die Enttäuschung trägt tiefe Züge.
Das 2:2 der Zebras am Freitagabend gegen den Nachbarn war gleichsam ein Schlag ins Gesicht jener, denen man Zweitliga-Niveau bescheinigen darf. Ivo Grlic etwa oder Srdjan Baljak sowieso, Tom Starke natürlich. Weitere Spieler müssen zu diesem Qualitätsmerkmal nicht aufgezählt werden. Macht man es doch, setzt man sich der Lächerlichkeit aus.
Defensive beginnt im Sturm
Experten behaupten, eine solide Abwehrarbeit beginne im Angriff, setze sich im kompakt stehenden Mittelfeld mit zündenden Ideen und im energischen Zupacken der Verteidiger als beste Verbindung fort. Auf das Spiel gegen RWO gemünzt stimmte das ansatzweise auch mal. Als beispielsweise Stürmer Caiuby vor der eigenen Torlinie einen weiteren Rückschlag verhinderte. Passend dazu war auch die schöne und intelligente Vorlage von Ivo Grlic auf Caiuby, der von Gegenspieler Embers vernachlässigt worden war und mit dem Kopf erfolgreich blieb. Was überhaupt nicht passte in dieses Gerüst, war das kompromisslose Zugreifen der Verteidiger. Ob Fahrenhorst, Bodzek in der Zentrale, ob der wie magisch nach innen „gezogene” Veigneau oder der läuferisch und gedanklich völlig überforderte Tararache das war eine glatte Sechs nach Schulnoten.
7:7 war möglich
Der neutrale Zeitgenosse mag zufrieden gewesen sein nach den 90 bewegten Minuten mit offenem Visier und vier schnellen Treffern. Aber die vielen Unzulänglichkeiten, die grausamen Fehler in beiden Abwehrreihen, die eklatante Abschlussschwächen vor allem der Oberhausener können nicht unerwähnt bleiben. Ein 7:7 war möglich.
Aufstieg in weiter Ferne
Was den MSV betrifft: Die Mannschaft kann sich abschminken, auf Platz drei und die Relegation zu schielen. Vom individuellen Können her ist das nicht zu schaffen. Diese Auffassung vertraten unisono auch jene, die man als Leistungsträger bezeichnen darf. Grlic, Baljak oder Starke etwa. Tenor: In den Aufstieg kann der MSV mit solchen Leistungen nicht auch nur annähernd in Verbindung gebracht werden. Sogar die leise Hoffnung schwindet, bis zum Mai die Spannung hochhalten zu können. So wie am Freitag wird das nichts mit Platz drei.
Dass sich Männer wie Nicky Adler den Hintern aufreißen, ist anerkennenswert, aber normal. Dafür werden sie schließlich gut bezahlt. Dass sie aus zwei Metern Entfernung freistehend das Tor nicht treffen, ist fatal. Das hat mit zweiter Liga nichts zu schaffen. Dass Mihai Tararache eine Minute vor der Pause ausgewechselt wurde, veranlasste den TV-Reporter zu der voraus schauenden Feststellung, in der kommenden Woche werde der Rumäne wohl ähnlich wie Björn Schlicke im Training einiges erleben. Milan Sasic, der in der Arena offensichtlich ein „Feindbild” hat, würdigte Tararache nach einer indiskutablen Leistung keines Blickes. Das zweite Oberhausener Tor ging deutlich auf die Kappe des langsamen rumänischen Rourtiers.
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