MSV Duisburg: Zeit für Gerüchte
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 24.06.2009Dass der MSV auf seiner Internetseite ein Interview mit Sportdirektor Bruno Hübner veröffentlicht, ist einerseits ungewöhnlich, aber andererseits auch verständlich. So schafft der Verein wenigstens ein bisschen Kommunikation. Vor dem Start in die Saison am nächsten Mittwoch mit dem ersten Training eine denkwürdige Aktion. Der von Absagen und Finanzarmut des Vereins in seiner Arbeit gebeutelte Manager erklärte, er sei "im Prinzip" jeden Tag unterwegs und habe versucht, Transfers auf den Weg zu bringen, räumte aber ein, dass "das in unserer aktuellen Situation nicht immer ganz leicht gefallen" sei.
Markus Brzenska wollte "Planungssicherheit"
Dass die Zeit der Spekulationen und der Gerüchte auch den MSV längst eingeholt habe, versteht Hübner durchaus, weil das heutzutage zum Geschäft der Berater, auch der Medien gehört. Und dass er Verständnis aufbringe für bis jetzt enttäuschte Fans, verhehlt der Manager auch nicht. Schon deshalb erklärte er, dass man sich mit Chavdar Yankov von Hannover 96 und dem Verein über ein Ausleihgeschäft für eine Saison einig sei. Hübner betonte, Yankov sei ein vielseitiger Mittelfeldspieler, der mit seiner Kreativität gewiss eine Verstärkung sein könne. Er sei nicht umsonst aktueller Nationalspieler Bulgariens und kenneTrainer Peter Neururer aus der gemeinsamen Zeit bei Hannover 96. In Niedersachsen fehlte der Mann zuletzt über Monate wegen eines erlittenen Fußbruchs.
Dann räumt Bruno Hübner ein, der Wechsel von Markus Brzenska nach Cottbus sei schmerzlich gewesen. "Natürlich hätten wir Markus gerne behalten. Aber er wollte j einfach Planungssicherheit haben und deshalb hat er für drei Jahre in Cottbus unterschrieben. Diese Planungssicherheit konnten wir ihm momentan nicht garantieren." Mit Frank Fahrenhorst habe der Verein einen erstligaerfahrenen Spieler für diese Position verpflichtet: "Fahrenhorst ist ein absolut adäquater Ersatz."
Dass im Sturm "der Wurm" liegt, ist Hübner klar. Mit Dorge Kouemaha und dem in Schweden bisher noch unberücksichtigten Sandro Wagner verfügt der MSV bislang nur über zwei Stürmer. Das wird für eine ganze Saison völlig unzureie Aufmerksamkeit dem Angriff. Zwei Kandidaten hätten zur Auswahl gestanden: David Strihavka und Leonard Kweuke. Die sportliche Leitung habe sich für David Strihavka entschieden.
Eine hohe Ablössumme und der neue Weg
Für die hohe Ablöseforderung von Viktoria Pilsen habe sich jetzt ein Weg gefunden, der allen Beteiligten gerecht werde. Hübner: "Wir werden den Spieler kaufen und ihm einen leistungsbezogenen Drei-Jahresvertrag mit Option geben." Dass der Spieler auf der Internetseite von Viktoria Pilsen als wesentliche Stütze für die neue Saison gefeiert wurde, ließ der Manager unberührt. Offenbar geht er von einem in dem Ballgeschäft üblichen Scharmützel aus.
Ob darüber hinaus Aktivitäten zu erwarten seien, ließ Hübner offen. Änis Ben-Hatira wolle der Verein unbedingt halten, und er verwies darauf, dass Yankov, Strihavka und Fahrenhorst absolute Wunschspieler von Peter Neururer seien. Sie hätten die Qualität, dem Verein weiterzuhelfen. Das Saisonziel des Sportdirektors lautet, in der Liga "ganz oben" mitzuspielen. Hübner: "Ich bin ich optimistisch."
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