MSV Duisburg: Zuversicht weicht Realität
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012MSV Duisburg (RP). Alle MSVer waren sich vor dem ersten Spiel im neuen Jahr einig: Die Gute Vorbereitung werde sich auszahlen. Dann die Niederlage gegen den FSV Frankfurt: Enttäuschung im schwer zu spielenden "Eisschrank".
Andreas Rüttgers, ausnahmsweise mal in schmuckem Einreiher gewandet, sprach von einer missglückten Generalprobe, der schon bald eine gute Kür folgen werde. Sebastian Runde, seit letzten Monat Vorstandskollege vom Vorsitzenden Rüttgers, für die Fan-Arbeit im neuen Führungsteam zuständig, hatte als Steh-Zuschauer im Bad der Nordkurve das Gefühl, die umstehenden Anhänger wären trotzdem nicht ärgerlich gewesen angesichts der durchaus ordentlichen Zebra-Leistung zuvor.
Uwe Weidemann, neben Uwe Schubert für den Nachwuchs aktiviert, meinte, das Team habe positive Signale für die Zukunft gesendet. Bernard Dietz und Alfred Nijhuis, Ex-MSVer und jetzt Kollegen im Kompetenz-Team, das seinen Namen nach mehreren Sitzungen diesmal schon binnen kurzer Zeit zurecht trägt, hatten Zuversicht im Gepäck, als sie nach der bitteren 1:2-Niederlage gegen die Hessen in der Business-Lounge kompakt auftraten und einen Block voller Gemeinsamkeit bildeten. Nicht nur verbal geschönt kamen sie daher.
Und Oliver Reck, der Trainer, der im ersten Spiel des neuen Jahres im Eisschrank der Schauinsland-Arena die Bitternis einer völlig unnötigen Niederlage auskosten musste? "Wir waren hoch motiviert, aber jetzt muss ich die Mannschaft erst wieder aufrichten," sagte er leise.
Es gibt prominente Beispiele aus der höheren Ball-Etage, was die als Eigenlob geleistete Arbeit im zurück liegenden Trainingslager betrifft, die dann im Kampf um die ersten Punkte keineswegs umgesetzt werden konnte. Nie habe es eine bessere Vorbereitung gegeben, hieß es da – und prompt gab es Enttäuschungen. Die in der Türkei beteiligten Duisburger waren auch der Zuversicht, beste Bedingungen geschaffen zu haben für die Zeit bis kommenden Mai. Und dann das! Aber was soll man alle Unbill beklagen, wenn es daran mangelt, um was es in erster Linie geht beim Fußball? Ohne Knipser, ohne einen Torjäger von Format, kann man ein Spiel nur schwer gewinnen. Da nutzte es auch nicht, dass Daniel Brosinski die Niederlage auf "meine Kappe" nahm. Jedenfalls war er ehrlich.
Die vier Chancen, die er gleich zu Beginn nach wirklich gelungenem Kombinationsfußball verballerte, hätten die Basis für einen leichten und am Ende gut herausgespielten Sieg sein können. "Dann hätten die Frankfurter schon zur Heimfahrt rüsten können", meinte Benny Kern treffend. Und die liegen gelassenen Möglichkeiten sorgten auch dafür, dass der hessische Gegner gewissermaßen aufgebaut wurde und viel zu leicht zu seinen beiden Toren kam. Beim ersten patzte ausgerechnet der Kapitän. Bei aller erlebten Ruhe im Stadion und in seinem Umfeld zum Trotz – die Auftaktniederlage macht Kummer. Die Situation ist nämlich ernst genug. Benny Kerns Rat: Nicht auf die Tabelle schauen, weiter hart arbeiten!
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