Duisburg: 170 Kilometer auf Rollen
VON SONJA BROWATZKI - zuletzt aktualisiert: 23.06.2009Duisburg (RPO). Die Bewohner der Rumelner Hausgemeinschaften sind für mehr Unabhängigkeit an den Start gegangen, und viele Helfer gingen mit. Am Sonntag war der erste "Sponsorenlauf auf Rollen". Die Teilnehmer "erfuhren" Geld für die Anschaffung eines speziellen Transporters für Rollstuhlfahrer.
Rumeln Eilig schnallen Ellen (7) und Jonas (8) sich die Rollschuhe unter die Füße. So schnell wie möglich möchten sie an den Start. Doch worauf sie mit Feuereifer zusteuern ist nicht der Eingang einer Rennbahn, sondern das Tor eines Altersheimes. Denn dort fand am Sonntag der erste "Sponsorenlauf auf Rollen" statt.
Aufgerufen zu diesem ungewöhnlichen Ereignis hatte der "Förderkreis Rumelner Hausgemeinschaften", der sich für bessere Seniorenbetreuung und -pflege einsetzt. Mitmachen konnte alles, was Räder hat, und so gab es im Lauf des Tages ein breites Teilnehmerfeld aus Inline-Skatern, Kinderwagen-Schiebern und Rollstuhlfahrern.
Erfolg der Aktion
Genau 69 Personen sind am Sonntag mit noch einmal so vielen Begleitern etwa 170 Kilometer weit gerollt. "Das hätte locker von hier bis nach Köln gereicht – und zurück", freute sich Birgit Claus, Mitinitiatorin des Festes. Jeder Teilnehmer hat im Schnitt drei Runden absolviert. Wie viel Geld zusammengekommen ist, steht noch nicht fest, da zugesagte Spenden noch ausstehen.
Beweglich bleiben trotz Alter und Behinderung – das ist es, was sich viele Senioren in Rumeln-Kaldenhausen wünschen. Allerdings fehlt ein Kleinbus, in dem mehrere Rollstuhlfahrer auf einmal Platz haben. Der "Förderkreis Rumelner Hausgemeinschaften" will einen solchen Wagen anschaffen und hat mit seiner ersten Veranstaltung vor zwei Wochen, dem Konzert "Classic meets Cuba" (wir berichteten), bereits über eintausend Euro eingenommen. Der Sponsorenlauf war die zweite Aktion der Initiative.
Einige Kinder, vor allem aber Bewohner des Altenheimes, drehten langsam ihre Runden auf der etwa 800 Meter langen Strecke. Ob alleine mit Rollator oder im Rollstuhl sitzend mit einer schiebenden Begleitperson – jeder gab sein Bestes, um zu helfen. "So weit man kann, will man immer raus", sagte Hildegard Busch (88). Regelrecht "lufthungrig" sei sie. Sie genieße den Ausflug für den guten Zweck und hoffe auf weitere, wenn es dafür ein Fahrzeug gibt: "Wenn man dann auch mal eher mit kann zu Ausflügen, daran hätte ich wirklich Spaß".
Die Anschaffung eines Transporters mit hydraulischer Hebebühne kostet rund 40 000 Euro. Diese Summe ist für einen Förderverein schier unmöglich aufzubringen.
"Wir haben noch einiges vor"
Daher spekuliert er auf Unterstützung durch die "Aktion Mensch", bei der Organisationen 80 Prozent der benötigten Summe für eine Anschaffung bekommen, wenn sie 20 Prozent des Geldes zuvor in Eigenleistung erwirtschaftet haben.
In Zukunft soll es weitere Benefizkonzerte und Veranstaltungen geben, so Hartmut Bösche, Gründungsmitglied des Förderkreises. "Doch auch nach Erreichen des ersten Zieles geht die Arbeit des Förderkreises weiter", bekräftigte er. "Den Wagen zu kaufen, das ist nur die erste Etappe. Gerade was Freizeitgestaltung und generationsübergreifenden Austausch betrifft, haben wir noch einiges vor."
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