Stichwahl in Duisburg: 72 Prozent – Sören Link neuer OB
VON D. HÜWEL UND M. MICHEL - zuletzt aktualisiert: 02.07.2012Duisburg/Düsseldorf (RPO). Die SPD jubelt: Ihr Kandidat , der 36 Jahre alte Sören Link, konnte sich am Sonntagabend in der Stichwahl als neuer Oberbürgermeister von Duisburg durchsetzen. Die Wahlbeteiligung war mit rund 26 Prozent sehr schwach.
Schon kurz nach Schließung der Wahllokale zeichnete sich in Duisburg ein klarer Sieg des SPD-Kandidaten Sören Link ab. Für ihn wurden nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis knapp 72 Prozent der abgegebenen Stimmen gezählt. Sein Mitbewerber von der CDU, der ehrenamtliche Duisburger Bürgermeister Benno Lensdorf, erhielt lediglich 28 Prozent der Stimmen.
Die Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten war nötig geworden, weil keiner der zunächst 13 Bewerber im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit von 50 Prozent plus x auf sich hatte vereinigen können.
Sehr schwache Wahlbeteiligung
Allerdings war die Wahlbeteiligung diesmal mit rund 26 Prozent ziemlich schwach. Vor zwei Wochen hatten immerhin noch 32,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
Für die Amtszeit von sechs Jahren ist Link neuer OB von Duisburg. Er ist der Nachfolger von Adolf Sauerland (CDU), der per Bürgerbegehren aus dem Amt gewählt worden war. 35,5 Prozent der stimmberechtigten Duisburger hatten im Februar dieses Jahres für sein politisches Ende votiert. Nötig für seinen Sturz wären lediglich 25 Prozent gewesen.
Mehr als 129 000 Duisburger hatten für die Abwahl Sauerlands gestimmt. Zum Vergleich: Für Link votierten am Sonntag mit 65.831 Stimmen etwas mehr als die Häfte. Sauerland wurde angelastet, sich nach der Loveparade-Katastrophe vor zwei Jahren völlig falsch verhalten und Verantwortung abgeschoben zu haben. Das Abwahlverfahren war das erste gegen einen Oberbürgermeister in Nordrhein-Westfalen.
Jäger unter den ersten Gratulanten
Es sei ein „tolles, überwältigendes Wahlergebnis“, befand Link. „Heute wird gefeiert, aber schon am Montag werde ich mich den engsten Mitarbeitern des Rathauses vorstellen“, sagte er, als er mit einem Strauß roter Nelken im Saal das Rathaus betrat. Er wurde von seiner Lebensgefährtin Sonja Bartsch begleitet.
Zu den ersten Gratulanten gehörten auch Duisburgs SPD-Parteichef und NRW-Innenminister Ralf Jäger sowie die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken, die auch stellvertretende Parteivorsitzende der SPD in Duisburg ist. Am Dienstag erhält Link seine Ernennungsurkunde. Die Vereidigung soll dann am Mittwoch in einer Sondersitzung des Stadtrates erfolgen.
Kraft: ein echter Neuanfang
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die auch SPD-Landesvorsitzende ist, gratulierte Link „und der Duisburger SPD ganz herzlich zu ihrem großen Wahlerfolg“. Diese eindeutige Entscheidung sei ein echter Neuanfang für Duisburg und seine Bürgerinnen und Bürger. Kraft weiter: „Ich bin davon überzeugt, dass Sören Link die Stadt Duisburg als Oberbürgermeister mit seiner politischen Erfahrung und fachlichen Kompetenz in eine gute Zukunft führen wird.“
Der neue Generalsekretär der NRW-CDU, Bodo Löttgen, sagte, die Tatsache, dass nur ein Viertel der Menschen in Duisburg interessiert, wer neuer OB wird, sei „erschreckend und sollte die nun neu gewählten Verantwortlichen nachdenklich stimmen“.
Der deutlich unterlegene Christdemokrat Benno Lensdorf (69) bleibt erster Bürgermeister. „Ich bin nicht enttäuscht. Duisburg ist immer eine SPD-dominierte Stadt gewesen“, erklärte er am Abend. Lensdorf bot Link für die nächste Zeit eine „partnerschaftliche Zusammenarbeit“ an. Allerdings müsse „die Zeit des parteitaktischen Agierens der SPD im Rat nun vorbei sein.






dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.