Duisburg: Ärger um Schacht Gerdt
VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 24.11.2009Duisburg (RPO). Die Stadt möchte das Gelände rund um den ehemaligen Wetterschacht in Baerl als Grünfläche ausweisen und eine gewerbliche Nutzung damit in Zukunft ausschließen. In erster Instanz sind diese Pläne nun an der Bezirksvertretung gescheitert. Die CDU-Fraktion fühlte sich überrumpelt.
Die Stadt Duisburg will das Gelände um den Schacht Gerdt in eine öffentliche Grünfläche umwandeln. Diesen Plänen hat die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung (BV) Homberg / Ruhrort / Baerl jedoch erst einmal einen Riegel vorgeschoben. In der jüngsten Sondersitzung stimmte sie gegen einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss. Weil von den anderen Fraktionen nicht alle Bezirksvertreter anwesend waren, hatte die CDU an diesem Tag die absolute Mehrheit. Die Vorlage wurde abgelehnt. Und das sorgt jetzt für Ärger. "Die CDU schadet dem Bezirk", schimpft die SPD. Die Linke spricht von einem "Rachefeldzug nach der verlorenen Bezirksbürgermeisterwahl".
Die Christdemokraten halten dagegen: "Wir lehnen das Vorhaben der Stadt nicht kategorisch ab. Nur konnten wir dem jetzt nicht ad hoc zustimmen", erklärt Bezirksvertreter Klaus Radny. Die Sondersitzung sei wegen einer ganz anderen Sache einberufen worden. Plötzlich habe diese Beschlussvorlage auf dem Tisch gelegen. "Wir konnten uns nicht darauf vorbereiten. Man hat uns überrumpelt", so Radny.
Eine solch komplexe Sache könne man nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln. "Es spricht viel für einen Grüngürtel", erklärt er. "Aber es wäre auch sinnvoll, wenn sich dort ein neues umweltverträgliches Unternehmen ansiedeln und Arbeitsplätze schaffen würde." Durch die Ablehnung habe man Zeit gewonnen, um das Ganze in Ruhe zu überdenken.
Die SPD sieht das anders: "Offenbar konnte die CDU-Fraktion der Versuchung nicht widerstehen, Gebrauch von einer unverhofften und zufälligen Mehrheit zu machen und sich für die Schlappe bei der Wahl des Bezirksbürgermeisters zu revanchieren", mutmaßt der Fraktionsvorsitzende Hermann Grindberg.
Es werde für die CDU nun schwer werden zu erklären, warum sie sich mit ihrer Entscheidung für eine weitere industrielle Nutzung und gegen einen Lückenschluss in der Grünverbindung zwischen dem Uettelsheimer See und dem Rheinvorland ausspricht. "Da bleibt wohl das bisher überparteilich unbestrittene Ziel der Stadt im Grünen auf der parteipolitischen Strecke", so Grindberg.
Neuer Antrag eingebracht
Die Linke hat für die nächste BV-Sitzung am 10. Dezember bereits einen Antrag eingebracht, mit dem sie den nach eigenen Worten "skandalösen Beschluss" rückgängig machen will. "Der Rachefeldzug der CDU schadet dem Bezirk und dem Ansehen der Bezirksvertretung", so Bezirksvertreter Roland Busche. "Wir hoffen darauf, dass wir gemeinsam mit SPD und Grünen für den Antrag die Mehrheit bekommen und das Gelände als Grüngebiet ausgewiesen wird."
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