Duisburg: Akzente vor dem Mauerfall
zuletzt aktualisiert: 15.10.2009Duisburg (RPO). Vor 22 Jahren widmete sich das anerkannte Duisburger Kulturfestival dem anderen Deutschland. Am Wochenende treffen zwei der wichtigsten Protagonisten von damals noch einmal aufeinander.
An ein ganz besonderes Jubiläum erinnert das Presseamt der StadtDuisburg im Zusammenhang mit den zahlreichen Veransaltungen zur Wiedervereinigung vor 20 Jahren. Denn genau 22 Jahre nach dem Mauerfall treffen sich am kommenden Sonntag, 18. Oktober, um 16 Uhr, im Kultur- und Stadthistorischen Museum zwei Zeitzeugen und Hauptakteure der Akzente 87 zum Gespräch: Der Journalist Klaus Höpcke, von 1973 bis 1989 Vize-Kulturminister der DDR, und der damalige Duisburger Kulturdezernent Dr. Dr. h.c. Konrad A. Schilling, in dessen Ära sich die Akzente zu einem international bedeutenden und anerkannten Kulturfestival entwickelten. Das Treffen ist öffentlich, der Eintritt beträgt drei Euro.
Unter dem Motto "Einblicke" befassten sich die Duisburger Akzente des Jahres 1987 mit der Kunst und Kultur der DDR. Rund 800 Künstlerinnen und Künstler, der Kulturminister und seine Stellvertreter sowie etliche Funktionäre aus der DDR waren beim Festival vertreten. Eine derart umfassende Darstellung hatte es im "westlichen Ausland" vorher und nachher nicht gegeben.
Kritiker sahen in den Akzenten 1987 eine unangebrachte Aufwertung der DDR. Doch bei den allesamt stark besuchten Veranstaltungen standen die menschliche Begegnung, das aufeinander Zugehen und voneinander Lernen im Vordergrund. Die Bedeutung und die Chancen der "DDR-Akzente" wurden erst zwei Jahre nach nach der Wende richtig gewürdigt.
Im Rückblick gesehen, gehören die Akzente von 1987 zu den wichtigsten unter der Leitung von Konrad Schilling. Der vollständige Titel deutet die schwierigen Diskussionen an, die der Realisierung dieser Kulturwochen vorangingen: "Einblicke – Kultur und Kunst aus der Deutschen Demokratischen Republik. Erbe und Gegenwart." Schilling bewies einige Jahre später wiederum kulturpolitischen Spürsinn, als er 1990 die Akzente "Unser Haus Europa" realisierte, gewissermaßen ein Gorbatschow-Finale.
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