Duisburg: Alles lief prima
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 30.04.2007Duisburg (RPO). Mehr als 5.000 Teilnehmer wurden beim 24. Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg gezählt. Die Veranstalter schätzen die Zuschauerzahl auf 100.000. Alle freuen sich über „keine besonderen Vorkommnisse“.
In gewisser Weise läutete der 24. Rhein-Ruhr-Marathon die Duisburger Akzente ein: „Normal“ war der Langlauftag in der Stadt. Und „Normal“ ist super! Wenn die Polizei von keinen besonderen Vorkommnissen spricht.
Wenn die Rettungsdienste vom üblichen Aufkommen bei einer solchen Großveranstaltung berichten. Keine Hitzeschlacht. Keine Bilder des läuferischen Elends. Das Wasser ging für kurze Zeit mal aus. Aber nur im VIP-Raum.
Draußen auf der sonnigen und vom Wind bewegten Strecke herrschte zu keinen Zeitpunkt einer Versorgungsengpass. Anders als beim Rotterdam-Marathon, der abgebrochen werden musste, weil die Trinkbecher ausgegangen waren. Anders als beim London-Marathon, bei dem jeder siebte Teilnehmer der Hitze wegen das Ziel gar nicht erst erreichte.
Für Uwe Busch, den Geschäftsführer des veranstaltenden Stadtsportbunds (SSB), ist es sowieso ganz normal, dass alles läuft, wenn alles läuft. Über 5000 Teilnehmer insgesamt. Davon mehr als 1500 über die Schweinehund-Distanz von 42,195 Kilometer. Die Organisation in Duisburg funktioniert perfekt.
Doch es tut immer wieder gut davon zu hören. Der Sieger Robert Jäkel sagte: „Hier ist alles sehr gut vorbereitet. Deshalb war für mich klar, dass ich wieder in Duisburg starte.“ Das Lob klingt um so heller in den Ohren, als Jäkel für ein Düsseldorfer Unternehmen läuft.
Und der Düsseldorf-Marathon, der am nächsten Wochenende ansteht, macht den Veranstaltern vom SSB und LC Duisburg durchaus Konkurrenz. Jäkel verglich ihn mit einer Kirmes. So was ist ihm zu außergewöhnlich. Konkurrenz beschert auch der Ruhr-Marathon in Essen.
Welch glückliche Fügung: Martina Schwanke, die Siegerin bei den Frauen, kommt aus Essen und gab zu Protokoll: „Ich bin dort vor zwei Jahren gelaufen und es hat mir nicht so gut gefallen. Meinen Titel hier werde ich 2008 verteidigen.“
Ja, so was hört man gern. So wie den Bericht von Mitveranstalter Jörg Bunert, der im Führungsfahrzeug die Strecke abfuhr. Er konnte sogar Besonderheiten zum sonnenhellen Stimmungsbild beitragen: „So viele Zuschauer wie in diesem Jahr gab es noch nie. Das war einfach phantastisch.“
Sehr euphorisch schätzten die Veranstalter 100 000 Besucher an der Strecke. Gern erzählt aber werden soll von der tollen Stimmung bei den Bürgerfesten in Homberg, Rheinhausen und in Buchholz am Markt. Von den privaten Initiativen wie den vielen Läuferduschen mit Hilfe der Rasensprenganlage, von den 17 Samba-Bands, die das Maulen der schwerer werdenden Beine, rhythmisch übertönten.
Und eine weitere Geschichte sei nachberichtet, die des ältesten Teilnehmers Karel Pavan. Der 82-jährige DLRG-Läufer schenkte Uwe Busch vor dem Rennen einen selbstgemachten Schutzengel. Ganz offenbar ein wirkungsvoller Glücksbringer.
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