Duisburg: Alt-Ob Krings begeistert von Konzert
VON INGO HODDICK - zuletzt aktualisiert: 25.01.2011 - 09:26Duisburg (RPO). Die Idee war gut: Ein Benefizkonzert, in dessen Mittelpunkt Werke von Richard Wagner standen. Die gesamten Einnahmen wurden hörgeschädigten Kindern der LVR-Förderschulen Essen mit dem Schwerpunkt "Hören und Kommunikation" zur Verfügung gestellt.
Die Duisburger Mercatorhalle war gut gefüllt, und nicht nur Alt-Oberbürgermeister Josef Krings als Schirmherr freute sich. Treibende Kraft war der ehemalige Wagner-Tenor Manfred Jung, hier noch wohlbekannt von der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg. Er erwies sich als beachtlicher Dirigent, der vor allem die Sprachnähe von Wagners Musik ergreifend zur Geltung brachte. Klug hatte er als Rahmen zwei Stücke gesetzt, in denen Wagner wie in einem Kaleidoskop die wichtigsten Leitmotive seines Musikdramen-Zyklus' "Der Ring des Nibelungen" verdichtet, nämlich das "Siegfried-Idyll" und den Trauermarsch aus der "Götterdämmerung".
Dem aus Mitgliedern vor allem der Duisburger und Essener Philharmoniker zusammengewürfelten Orchester entlockte er blühenden und klaren Klang, weniger Präzision und Transparenz. Dazwischen legte die Dirigenten-Tochter Melanie Jung das späte, quasi altersheitere Konzert für Oboe und kleines Orchester D-Dur von Richard Strauss mit silbrig perlenden Tönen hin.
Aufzug aus der "Walküre"
Das ist ebenso eine Solistin der Zukunft wie die Sopranistin Hyuna Ko beim Schwerpunkt des dreistündigen Abends, dem kompletten ersten Aufzug aus Wagners "Walküre". Mit warm getöntem Timbre und nicht zuletzt perfekter Intonation sang sie sich als Sieglinde in unsere Herzen und Hirne. Klug hatte man der jungen Koreanerin zwei prominente alte Fahrensmänner zur Seite gestellt, die geballte Wagner- und Bayreuth-Erfahrung: Als Siegmund den Tenor René Kollo, Jahrgang 1937, einst zum Heldentenor gereift in seiner Zeit an der Rheinoper (von 1967 bis 1971).
Als Hunding den Bass Hans Sotin, geboren 1939 in Dortmund, dessen Kölner Meisterschülerin Hyuna Ko ist. Die beiden Herren schlugen sich wacker. Kollo gelangen sogar die gefürchteten "Wälse"-Rufe, und beim "Winterstürme wichen dem Wonnemond", das "sitzt" wie eh und je, vernahmen wir mehr als eine Ahnung von der früheren, ökonomisch kontrollierten Strahlkraft dieser Stimme.
Es gab – natürlich – Ovationen im Stehen.
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