Duisburg: Am Bremweg ist der Teufel los
VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 12.04.2008Duisburg (RPO). Weil die Düsseldorfer Straße wegen Bauarbeiten gesperrt ist, nutzen viele Autofahrer den Bremweg als Umleitung. Anwohner klagen über Raser, immer wieder komme es zu gefährlichen Situationen. Nun greift die Stadt durch.
rumeln-kaldenhausen Wie blöd darf man eigentlich sein, wenn man in Deutschland einen Führerschein bekommen will? Die Frage stellen sich Anwohner des Bremwegs in den vergangenen Tagen immer wieder. Schwachköpfe, so scheint es ihnen, sind vor ihrer Haustür allzu oft unterwegs. Da werde, trotz Tempo-30-Schilder, gerast, was das Gaspedal hergibt und die Vorfahrt (rechts vor links) kaum beachtet. Immer wieder komme es beinahe zu Unfällen; bis es wirklich knallt, scheine nur eine Frage der Zeit zu sein. Was besonders besorgt stimmt: In der Nähe gibt es Altenheime und Schulen, so sind auch viele Kinder und Senioren auf dem Bremweg unterwegs.
Bis August
Die Düsseldorfer Straße zwischen Donkweg und Giesenfeldstraße ist wegen einer Baumaßnahme seit Anfang der Woche eine „Einbahnstraße“, so dass nur Richtung Krefeld gefahren werden kann. Zunächst werden neue Wasserleitungen verlegt. Im Anschluss erfolgt eine Erneuerung der Fahrbahn. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis August an.
Herdentrieb
Eigentlich durchschneidet der Bremwegs ein recht beschauliches Wohnviertel. Mit der Beschaulichkeit ist es allerdings vorbei, seit die Düsseldorfer Straße wegen einer Baustelle teilweise gesperrt wurde (siehe Info). Die offiziellen Umleitungen machen Sinn, sie führen über die Giesenfeldstraße und die Kapellener Straße. Wer ortskundig ist, weiß aber, dass er über den Bremweg, der die beiden Umleitungsstraßen verbindet, viel schneller um die Baustelle herum kommt. Dann wirke sich eine Art Herdentrieb aus, so Anwohner Hans Strünck: „Die Ortsunkundigen folgen den anderen.“ Und wer nicht genau auf die Beschilderung aufpasse – oder diese einfach ignoriere – der wähne sich auf einer Vorfahrtsstraße und drücke (weil der Bremweg schön breit ausgebaut ist) auf die Tube.
„Gerade erst wurde ich von einem tschechischen Lastwagen mit Anhänger fast platt gemacht“, schimpft Strünck. „Hinterher hat mir der Fahrer noch einen Vogel gezeigt!“ Nicht nur er hat Politiker alarmiert und versucht, die Stadt auf das Übel aufmerksam zu machen. Bei Bezirksamtsleiter Heinz Trappmann sind inzwischen mehrere Hilferufe eingegangen. Er hat sofort reagiert. „Wir müssen erstmal zusehen, dass wir die dicken Brummer da rauskriegen“, meinte Trappmann gestern. So wolle die Stadt den Bremweg umgehend für Lastwagen sperren. Kurzfristig sei auch darüber nachgedacht worden, das jüngst am Flutweg angebrachte Tempo-Anzeigegerät auf den Bremweg zu versetzen. Doch man habe sich entschieden, mit „schärferen Waffen“ zu kämpfen. So sollen die neuen mobilen Radarkontrollen, mit denen die Stadt auf Raserfang geht, verstärkt am Bremweg Halt machen. Gestern war eines der „Blitz-Autos“ dort schon im Einsatz. „Die Stadt könnte hier ihren Nothaushalt sanieren“, frotzelt Hans Strünck.
„Gewisse Erschließungsfunktion“
Er würde sich freilich eine weitere Maßnahme seitens der Stadt wünschen: „Man sollte den Bremweg für die Dauer der Bauarbeiten auf der Düsseldorfer Straße zu einer Anlieger-Straße machen.“ Doch das ist laut Heinz Trappmann nicht möglich. „Der Bremweg hat eine gewisse Erschließungsfunktion“, sagt er. „Da müssen die Anwohner jetzt leider durch . . .“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







