Duisburg: Arbeitsplatz hoch über dem Rhein
VON CLEMENS HENLE - zuletzt aktualisiert: 07.09.2010 - 14:21Wer von Homberg nach Ruhrort will, kommt gar nicht daran vorbei, die Friedrich-Ebert-Brücke zu überqueren. Zurzeit wird die Brücke auf Schäden untersucht. Die Prüfung dauert ein halbes Jahr.
Schon von weitem strahlen die blauen Pylonen und die rot gestrichene Fahrbahn den Rhein hinauf. Etwa 20 Meter tiefer stampfen langsam Lastkähne den Rhein abwärts Richtung Holland. Seit bald 100 Jahren steht an dieser Stelle schon eine Rheinquerung. Die erste Brücke wurde 1907 eröffnet und 1945 in den letzten Kriegstagen gesprengt. Zwischen 1951 und 1954 wurde die Brücke in ihrem jetzigen Zustand wiederaufgebaut.
Ein so großes und verkehrstechnisch wichtiges Bauwerk erfordert eine besondere Pflege. Hierfür ist der Bauwerksprüfer Peter Böhle von den Wirtschaftsbetrieben Duisburg zuständig. „Letztes Jahr haben wir eine Hauptprüfung der Friedrich-Ebert-Brücke durchgeführt. Dafür muss jeder Meter genauestens auf Risse und Materialfehler geprüft werden,“ erklärt der Bauingenieur.
Bei einer Außenfläche von fast 60.000 Quadratmeter und einem Gesamtgewicht von 9000 Tonnen Stahl dauerte diese Prüfung, die alle sechs Jahre durchgeführt werden muss, ein halbes Jahr. Damit auch die Unterseite der Brücke genau unter die Lupe genommen werden kann, gibt es einen Wagen, der an Schienen unterhalb der Fahrbahn aufgehängt ist.
„Höhenangst sollte man in diesem Job nicht haben, da man 20 Meter über dem Rhein steht.“ Peter Böhle und sein Team sind aber nicht nur für die vier großen Rheinbrücken zuständig, sondern auch für die gut 300 anderen Straßen-, Rad- und Gehwegbrücken in Duisburg. „Die richtige Arbeit geht für die Wirtschaftsbetriebe aber erst nach der Prüfung los, wenn die Beanstandungen repariert werden müssen.
Taubendreck ist teuer
Allein schon der Taubendreck sorgt für erhebliche Sanierungsarbeiten, da der Kot sehr aggressiv ist und die Lackierung angreift.“ Doch trotz der vielen Arbeit sieht Peter Böhle auch die positiven Seiten: „Auf der Brücke zu arbeiten ist schon toll, man hat eine schöne Aussicht auf den Rhein und die vorbeifahrenden Boote, das entschädigt für die harte Arbeit bei Wind und Wetter.“
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