Duisburg: ARGE stellt 50 "Schnee-Räumer"
VON CHANTAL FRANCO - zuletzt aktualisiert: 08.01.2010 - 16:57Duisburg (RPO). Erst schickte die Stadt Ein-Euro-Jobber in die Baumärkte, um Streugut zu besorgen. Am Freitag schaufelten dann 50 "ARGE-Kunden" für die Stadt Duisburg den Schnee von den Wegen. Als Lohn gibt es unter anderem mehr Freizeit!
Harald Willemsen rückte am Freitag mit der Schaufel auf dem Neuen Friedhof in Wanheimerort an. „Die Wege hier werden oft von älteren Menschen genutzt. Für sie sind glatte Wege äußerst gefährlich”, sagte der 49-Jährige. Er ist einer von rund 50 Freiwilligen, die sich auf einen Aufruf der ARGE unter ihren Kunden meldete.
Deren Geschäftsführer Norbert Maul hatte sich in dieser Woche kurzfristig mit Thomas Patermann getroffen, dem Chef der Duisburger Wirtschaftsbetriebe (WBD), und bot ihm Hilfe an. Denn der Winter hat Duisburg fest im Griff. Überall türmt sich Schnee auf den Straßen.
Die Wirtschaftsbetriebe kommen kaum noch nach mit dem Räumen. Ab heute soll auch noch Tief „Daisy” weitere ergiebige Schneefälle bringen, also noch mehr Räum-Arbeit. Da zögerte Patermann nicht lange und nahm dankend die Hilfe an.
Die so genannte „ARGE-Snow-Force” ist seit Freitag im Einsatz, zum Beispiel auf Marktplätzen und auf Friedhöfen. Zunächst noch am Samstag und Sonntag, vielleicht auch noch am Montag soll sie im Einsatz gegen den Schnee sein. Alle rund 50 ARGE-Kunden, die mitmachen, haben sich freiwillig gemeldet.
Michael Synowczyk von der ARGE Duisburg erklärt gestern, dass „die Teilnehmer eine kurze Einweisung bekommen, bevor sie sich dann selbstständig an die Arbeit machen.” Am Waldfriedhof an der Düsseldorfer Straße wurde am Mittag eine sechsköpfige Gruppe in Aktion gesetzt eine Frau und fünf Kollegen. Alle sechs nehmen an Arbeits- und Qualifizierungsmaßnahmen der ARGE teil. Für den Tag wurden sie freigestellt.
Die Teilnehmer sind zufrieden mit dem Beitrag, den sie leisten können, um das Schneechaos zumindest stellenweise erträglicher zu machen. Die Freiwilligen werden am Samstag und auch noch am morgigen Sonntag zwischen vier und sechs Stunden gegen die Schneemassen arbeiten. Da Wochenendschichten im Berufsleben höher entlohnt werden, bekommen die Teilnehmer in diesem Fall für sechs Stunden Arbeit zwölf Stunden Freizeit gutgeschrieben.
Am Montag müsse je nach Wetterlage kurzfristig entschieden werden, ob noch Bedarf für die zusätzlichen Kräfte bestehe, sagte gestern ARGE-Mitarbeiter Synowczyk. Glaubt man den Meteorologen, dann ist der Winter noch lange nicht vorbei.
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