Duisburg: "Ars Vivendi" ist praktizierte Integration
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 17.06.2010 - 08:59Duisburg (RPO). Wohnaccessoires aus dem Ideenfundus von Designern, schicke Möbel, besondere Geschenkideen und originelles Spielzeug – all das findet man im Ladenlokal "Ars Vivendi". Der Name (übersetzt: "Die Kunst zu leben") verspricht Edles.
Dass es sich bei "Ars Vivendi" um ein Geschäft der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung handelt, würde auf den ersten Blick niemand vermuten.
Seit einem guten halben Jahr ist das Geschäft von Menschen mit Handicaps an der Tonhallenstraße zu finden. Dort arbeiten sechs Behinderte mit zwei nicht behinderten Mitarbeitern zusammen. Inzwischen hat sich das Team eine Stammkundschaft aufgebaut. Auch wenn das Lebensart-Geschäft nicht direkt an der Königstraße liegt, die Kunden haben "Ars Vivendi" längst entdeckt. "Viele haben durch Mundpropaganda oder durch die Medien von uns gehört", erzählt die hauptamtliche Mitarbeiterin Ingrid Glanert. "Wer häufiger kommt, der weiß, dass es bei uns Produkte gibt, die man in "normalen" Kaufhäusern nicht bekommt."
Möbelkollektion "Nach acht"
Dazu zählt die Möbelkollektion "Nach acht", bunter Schmuck und eine Murmelbahn, die gleichzeitig ein Xylofon ist. Etwas Besonderes sind auch die minimalistische Garderobe, die nur an die Wand gelehnt wird und trotzdem schwere Mäntel hält, und der Schirmständer in Form einer Blume. Selbst außergewöhnliche Geburtstagskarten sind im "Ars Vivendi" zu kriegen.
Die handgearbeiteten Produkte stammen aus Behindertenwerkstätten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aber auch Produkte direkt aus der Duisburger Werkstatt für Behinderte gehören zum Sortiment, so zum Beispiel eine bequeme Gartenliege oder andere wertvolle und stilvolle Holzmöbel.
Dass Menschen mit Handicap diese Produkte hergestellt haben, macht sie keineswegs "billig". Ganz im Gegenteil: "Es gehört zum Konzept von "Ars Vivendi", dass wir rund 200 Produkte mit einem hohen Anspruch an Qualität und Design verkaufen", erklärt Projektleiterin Sarah Güttler von der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Und das spiegele sich im Preis wieder. Eine außergewöhnliche Stehlampe aus der "Nach acht"-Möbelserie beispielsweise kostet rund 200 Euro, der dazugehörige Kleiderständer ist nur unwesentlich günstiger.
"Ars Vivendi" ist kein Geschäft ausschließlich für Menschen mit dickem Geldbeutel. "Wir bieten auch sehr viele Kleinigkeiten an, die einfach nur ein schönes kleines Geschenk sein können. Einer unserer Bestseller ist ein witziger Tennisball, der als Geschirrtuchhalter dient", sagt Sarah Güttler.
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