Duisburg: Atlantis geht, Lego kommt
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 02.10.2007Duisburg (RPO). Bereits im November will das Atlantis-Kindermuseum den Werhahnspeicher am Philosophenweg verlassen und Platz machen für ein neues „Lego Discovery“. Atlantis soll mit SMG Entertainment das TaM übernehmen.
Unterhaltungskonzern
Die Merlin Entertainments Group ist als Betreiber von Familienunterhaltungsattraktion weltweit die Nummer zwei hinter Disney.
Dazu gehören unter anderem 23 Sea Life-Standorte, einer davon in Oberhausen, vier Legoland-Themenparks, sechs Madame Tussauds, fünf Dungeons (Kerker), zum Beispiel in Hamburg, sowie Unterhaltungsparks wie zum Beispiel den Heidepark in Soltau, Alton Towers und Thorpe Park in Großbritannien und Gardaland in Italien.
Merlin hatte 2006 rund 30 Millionen Besucher in 51 Hallen- und Freiluftanlagen in zwölf Ländern einschließlich der USA.
In der Hauptsaison beschäftigt Merlin rund 13000 Mitarbeiter.
Hans Ulrich Schmerer betätigte sich gestern als Zahlenjongleur. Der Vorstandsvorsitzende der gemeinnützigen Europa Museum AG als Trägerin des Atlantis Kindermuseums erläuterte gegenüber der Presse seine Pläne. Seiner Meinung nach muss jetzt schnell eine Entscheidung über den Umzug des Kindermuseums ins Theater am Marientor (TaM) gefällt werden – weil ein britischer Unterhaltungskonzern im Werhahnspeicher ein „Lego Discovery Center“ eröffnen möchte: „Merlin Entertainments will bereits Anfang November mit dem Umbau des Werhahnspeichers beginnen“, erklärte Schmerer. Ein „Lego Discovery“ gibt es bisher nur ein Mal in Deutschland: Es nahm im April am Potsdamer Platz in Berlin den Betrieb auf. Schmerer geht davon aus, dass die neue Attraktion im Innenhafen im Frühjahr 2008 eröffnen und jährlich bis zu 400 000 Besucher anlocken könnte. „Die Baugenehmigung für den Betreiber ist bereits erteilt“, so Schmerer.
Im Gegenzug könnte das Kindermuseum ins Theater am Marientor wechseln. „Wir als Europa Museum AG würden das TaM mieten. Das Gebäude ist ideal für ein Kindermuseum mit so genannten Clever Labs für naturwissenschaftliche Experimente von Schulklassen. In den jetzigen Künstlergarderoben könnten bis zu zehn Schulklassen gleichzeitig Experimente vornehmen“, so Schmerer. Die Schulklassen könnten dem Atlantis die nötige Frequenz bringen, denn zurzeit ist dort nur am Wochenende so viel los, dass sich der Betrieb lohnt.
Schmerers Rechnung: Die Gebag finde für das TaM sowieso keinen Käufer, schon gar nicht für einen Preis von fünf Millionen Euro. Stattdessen müsse die Stadt fürs TaM zurzeit jährlich 600 000 Euro Miete und 600 000 Euro Nebenkosten zahlen. „Das sind 1,2 Millionen Euro im Jahr, mit denen Duisburg Marketing (DMG) die Vermietung des TaM subventioniert bekommt. Wie Herr Gerste darauf kommt, von einer erfolgreichen Vermarktung zu sprechen, ist mir ein Rätsel“, so Schmerer weiter. Er wolle einen Untermietvertrag mit der SMG Entertainment in Oberhausen abschließen, die die Bespielung des TaM künftig an Stelle der DMG vermarkten könne. Die SMG, unter anderem Betreiberin der König Pilsener Arena Oberhausen, betreibe viele Hallen und könne daher Künstler zu besseren Konditionen auch nach Duisburg holen, weil sie ganze Tourneen buche. Im Gegenzug soll die Stadt 300 000 Euro Einnahmen. garantiert bekommen.
„Ich erwarte jetzt zumindest ein Signal von der Stadtspitze. Merlin will nämlich nicht lange warten, und wir hätten für unser Kindermuseums-Konzept auch zwei Alternativstandorte“, meinte Schmerer.
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