Duisburg: Auch ohne MIPIM ein Thema
zuletzt aktualisiert: 11.03.2009Duisburg (RPO). Auf der gestern begonnenen internationalen Immobilienmesse in Cannes, der MIPIM, ist Duisburg mit mehreren großen Projekten verteten. Ob Eurogate oder Bahngelände, die Stadt zeigt, wo sie oder Investoren Bauvorhaben planen.
Nicht verteten ist allerdings das Stadtfenster, jener Neubau an der Ecke Steinsche Gasse/Münzstraße, in den die Stadtbibliothek und die Volkshochschule sowie das NS-Dokumentationszentrum einziehen sollen.
Dass die Stadtspitze derzeit mit dem Projekt nicht an die Öffentlichkeit tritt, ist in keiner Weise ein Hinweis darauf, dass diese Vorhaben klammheimlich beerdigt worden ist. Sie steht im Gegenteil nach wie vor fest hinter den Planungen.
Wie berichtet, wollte bislang die Gesellschaft "Du ING" das Gebäude bauen und Räume an die Stadt vermieten. Die Gesellschaft ist Teil des Duisburger Verkehrs- und Versorgungskonzerns (DVV) und ist bislang noch nicht geschäftlich aktiv geworden. Der Regierungspräsident hat in der Vergangenheit schon mehrfach seine Bedenken dagegen angemeldet, wohl unter dem Eindruck, dass die Stadt offensichtlich trotz absoluter Haushaltssperre über den Umweg DVV hier investieren will. Andererseits erkennt er an, dass die Stadt durch das Projekt erhebliche Mittel einsparen könnte.
Denn das Gebäude, in dem die Stadtbibliothek heute untergebracht ist, muss saniert werden. Vor allem auf der energetischen Seite wären hohe Ausgaben nötig. Die Volkshochschule arbeitet an der Königstraße in Räumen, die die Stadt angemietet hat. Ziehen beide Einrichtungen zusammen in den Neubau, fielen die Modernisierungskosten für die Statdbibliothek und die Miete für die VHS weg. Im "Stadtfenster" würde die Stadt dann zu günstigen Konditionen als Mieter einziehen.
Für den Investor rechnet sich das Projekt, weil er zusätzlich zu den städtischen genutzten Räumen auch Gewerbeflächen vermieten könnte, die durch ihre Lage am Ende der Kö und gegenüber der neuen Königsgalerie hoch attraktiv sind. Die Stadtspitze arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung, der die Bezirksregierung zustimmen könnte. Mit dem Bau des Stadtfensters wäre längst begonnen worden, wenn wie ursprünglich vorgesehen die Stadtsparkasse das Geschäft abgewickelt hätte. Nach längerer Vorbereitungszeit hatte sie aber im vorigen Jahr abgewunken, wie es heißt, weil das Projekt für sie nicht rentabel genug sei. Seite B 6
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