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Duisburg: Auf Buddhas Spuren

VON STEPHAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 09.04.2008

Duisburg (RPO). homberg „Also wir machen keine Schnupperstunde und dann muss man zahlen. Jeder soll hier ausprobieren können, ob der Diamantweg-Buddhismus sein Weg werden kann.“ Stephan Oldengott vom Buddhistischen Zentrum in Homberg will sich nicht als typisches deutsches Vereinsmitglied sehen. „Wir sind zwar als Verein organisiert, da der Buddhismus in Deutschland nicht als Religion anerkannt ist, aber das ist eben nur eine Organisationsform.“ Gemeinschaftlich und gleichberechtigt bestimmen zwischen 30 und 35 Mitglieder die Geschicke des Zentrums. Eines von weltweit 500.

Im „Gampa“, dem Übungsraum, meditieren Stephan Oldengott und seine Frau Dilek Turgal, die das Buddhistische Zentrum Homberg leiten.  Foto: RPO
Im „Gampa“, dem Übungsraum, meditieren Stephan Oldengott und seine Frau Dilek Turgal, die das Buddhistische Zentrum Homberg leiten. Foto: RPO

Die „Eso-Szene“ durchforstet

Der Däne Ole Nydahl, so Oldengott, erlernte vom 16. Gyalwa Karmapa, dem spirituellem Führer dieser Buddhistischen Ausrichtung, den Diamantweg, und erhielt den Auftrag, diese Lehre in die westliche Welt zu tragen. Doch was fasziniert einen Deutschen am Buddhismus? „Ich hab schon immer gewusst, dass es mehr gibt, als wir sehen. In den vielen Jahren habe ich alles Mögliche in der Eso-Szene ausprobiert. Bei den anderen tibetanischen Schulen, muss man erst viel lesen und lernen um meditieren zu können, wir fangen direkt mit dem meditieren an. Das hat mich begeistert“, erklärt Oldengotts Frau Dilek Tugral ihre Begeisterung für die asiatische Philosophie.

„Eigentlich gibt es in Asien das Wort Buddhismus gar nicht. Dharma ist der richtige Name, das bedeutet: Wie die Dinge sind“, sagt Oldengott. Der Polizist und ehemalige Messdiener kann sich noch ganz genau an sein Schlüsselerlebnis erinnern. „Damals hat ein Arbeitskollege mich mitgenommen mit dem Versprechen, danach noch was zu unternehmen. Ich hab gedacht den Vortrag kann ich dann ja auch noch mitnehmen. Dort habe ich gehört, was der Lama erzählt hat. Ich habe mir gedacht, dass ist doch genau der Weg, den du leben möchtest.“

Meditieren mit dem „Mala“

Neue Mitglieder betreten gerade den Eingangsbereich des Zentrums. Eine kurze Umarmung für Odengott und seine Frau hat jeder der Ankommenden übrig – die Stimmung ist herzlich und locker. Schnell huscht der eine oder andere noch in das „Gampa“, den Übungs- und Trainingsraum, in den Händen eine Art Rosenkranz. Sind noch andere Mitglieder der Gemeinde Messdiener gewesen? „Nein, nein. Das ist kein Rosenkranz, sondern ein Mala, ein Zählwerk. Wir meditieren auf Formeln, die in deutschübersetzten Texten beschrieben werden. Diese Übungen muss man bei der Meditation mehrfach wiederholen, bis man sein Äußeres vor sich sieht und damit wieder verschmelzen kann“, erklärt Turgal mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Das Ehepaar verabschiedet sich, der Wanderlehrer Christian Bösel-Hamke hat sich für heute angemeldet. „Grundübungen im Diamantweg-Buddhismus“ steht auf dem Tagesprogramm. Beim Hinausgehen ist die Spitze des Kirchturms des St.-Johannes-Kirche zu sehen. Sein Schatten gleitet über die in gelb und rot gehaltene Fassade des Zentrums. Durch die Glastür sind noch einmal kurz die Gesichter von Oldengott und Tugral zu sehen. Sie lächeln.

Das Buddhistsiche Zentrum in Alt-Homberg auf der Schulstraße 16 bietet jeden Mittwoch um 19.30 Uhr die Möglichkeit eines Kennenlernens für Interessierte. Weitere Informationen unter www.diamantweg.de oder Telefon 02066 227144.

Quelle: RP

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