Duisburg: Auf der Suche nach einem Job
VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 15.05.2008Duisburg (RPO). Bei der Veranstaltung „Unternehmen trifft Zukunft“ nutzten rund 160 Schüler die Gelegenheit, sich über Berufe zu informieren, Vertreter aus der Wirtschaft kennen zu lernen und sich vielleicht schon eine Lehrstelle zu sichern.
Die vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vorausgesagte Entspannung am Lehrstellenmarkt wird in Duisburg noch eine Weile auf sich warten lassen. Noch immer sind rund 2200 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Arbeit. Um dem Abhilfe zu verschaffen, hat die Techniker Krankenkasse (TK) vor zwei Jahren eine Ausbildungsinitiative gestartet. Gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Sport, Wirtschaft und Schulen hilft sie jungen Leuten, sich auf den Übergang von der Schule in den Beruf vorzubereiten und unterstützt sie bei der Berufswahl. Im Rahmen dieser Initiative „Unternehmen trifft Zukunft“ konnten sich gestern im Haus der Unternehmer rund 160 Schüler direkt auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz machen.
Rund 70 Unternehmen aller Branchen aus Duisburg und vom gesamten Niederrhein präsentierten sich an Infoständen und standen im Gespräch Rede und Antwort. Die Schüler konnten viele wertvolle Kontakte knüpfen und alle Fragen stellen, die sie beschäftigen. Auf dem Programm standen außerdem diverse Vorträge zu Themen wie „Erwartungen an Studenten in einer globalisierten Arbeitswelt“ oder „Sozialkompetenzen während der Ausbildung“. „Wir wollen mit der Veranstaltung eine Kommunikationsplattform bieten“, erklärte TK-Bereichsleiter Wilfried Ziemer. Ziel sei es, Schüler, Betriebe und Berufsförderungseinrichtungen zusammenzubringen.
„Dies ist ein Stück gelebter Dialog“, sagte Friedhelm Chlosta, Vorstand der UnternehmerHaus AG. Er rechnet fest damit, dass der Lehrstellenboom bald auch in Duisburg ankommt. „Wir sind im Umbruch, hier im Ruhrgebiet jedoch noch nicht so stark wie anderswo“, erklärte er. Dennoch ist er zuversichtlich, dass die Situation bald kippen wird: „Irgendwann werden auch wir uns fragen, wo wir genügend qualifizierte Arbeitskräfte herbekommen.“
Dass der befürchtete Fachkräftemangel letztlich ein „hausgemachtes Problem“ ist, gab er unumwunden zu. Viele Unternehmen hätten lange nicht ausgebildet. „Der Schuss geht jetzt nach hinten los. Das haben die meisten nun auch verstanden. Sie merken, dass sich Ausbildung auszahlen wird und sie langfristig einen Nutzen davon haben“, so Chlosta. Er geht fest davon aus, dass die Unternehmen Konsequenzen aus dieser Einsicht ziehen und in den kommenden Jahren „verstärkt in die Jugend investieren“ werden.
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