Duisburg: Aufgewärmt schmeckt besser
VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 28.06.2008Duisburg (RPO). Die Hochemmericher SPD-Senioren wollen den Marktplatz verschönern und ein Stück Industriegeschichte retten. Sie greifen den Vorschlag auf, die Träger der alten Krupp-Werkstatt auf den Markt zu stellen. Jedoch in einer Weise, die Kritikern weniger Angriffsfläche bietet.
Die Politik entscheidet
SPD-Bezirksfraktionschef Reiner Friedrich kündigte an, das Konzept bei einer entsprechenden Resonanz der Rheinhauser in die Bezirksvertretung einzubringen. Friedrich würde es begrüßen, wenn wenigstens einige der insgesamt elf Stahlträger gerettet werden könnten. Dirk Smaczny zeigte sich zuversichtlich: „Die Politik wird sich einer positiven Meinung der Bürger nicht verschließen können.“
rheinhausen Die Träger der alten Krupp-Reperaturwerkstatt als „Skulptur“ auf dem Rheinhauser Marktplatz: Mit diesem Vorschlag hat sich schon das Stadtplanungsamt eine blutige Nase bei den Bezirkspolitikern eingehandelt. Nun steigen die Hochemmericher SPD-Senioren erneut in den Ring. Sie haben die Idee der Stadt wieder aufgewärmt und sie durch Fachleute, die Architekten Rüdiger Kaleschke und Hans-Wilhelm Drüen, in ein ganz neues Konzept einarbeiten lassen. Auf diese Weise soll zumindest ein Teil der denkmalgeschützten Hallenträger gerettet und der Platz die seit der Errichtung des Marktforums allseits gewünschte Verschönerung und Belebung erfahren.
„Totale Transparenz“
Während das Planungsamt die Träger hintereinander in der Mitte des Platzes postieren wollte, schlagen Kaleschke und Drüen vor, lediglich fünf Träger nebeneinander zu postieren: zwei zur Straße Am Hochemmericher Markt hin, drei vor dem Marktforum, und zwar in der Linie der dort gepflanzten Bäume, die sogar stehen bleiben könnten: „Die Träger würden genau dazwischen passen“, so Kaleschke.
Durch die Träger würde auf dem Platz eine „Raumkante mit totaler Transparenz“ entstehen, schwärmt Kaleschke. Die „filigrane Großkonstruktion“ ließe den Blick aufs Marktforum und andere Gebäude frei. Auch der Marktforum-Eingang würde nicht verstellt. Und vor allem: Der Wochenmarkt würde, wie Kaleschke versichert, in keiner Weise leiden, weder was das Platzangebot angeht noch bei der Rangierfähigkeit von Lastwagen. Das war ein gewichtiges Argument gegen den Verwaltungsvorschlag.
Die Aufstellung der fünf Träger ist nur ein Teil des Konzepts. So soll der Platz vor dem Marktforum im Bereich der Arkaden mit roten Klinkersteinen aufgepflastert werden. Dort könnten die Gastronomen im Außenbereich des Marktforums Tische und Stühle platzieren. Zudem schlagen die Architekten vor, den Pavillon Am Hochemmericher Markt baulich aufzupeppen und davor ein großes Schachfeld anzulegen. Die Figuren könnten im Pavillon gelagert werden. Durch LED-Leuchten könnte man schließlich die Bogenkonstruktion wie eine Skulptur „ausarbeiten“.
Finanzierung unsicher
Technisch sei das Konzept realisierbar. Allerdings stellte Dirk Smaczny, Vorsitzender der SPD Hochemmerich klar: „Eine mittelfristige Umsetzung mit öffentlichem Geld ist nicht realistisch.“ Welche Summe nötig wäre, konnte Kaleschke nicht angeben. Er ging davon aus, dass ein Großteil des Arbeiten über Sponsoren, Spender und freiwillige Leistungen von Firmen laufen kann.
Wichtiger als die Finanzen ist den SPD-Senioren aber zunächst die Meinung der Rheinhauser. Sie soll nach den Ferien in einer Bürgerversammlung eingeholt werden. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
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