Duisburg: Aufstehsessel und Kleingeldfinder
VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 02.10.2007Duisburg (RPO). Interessiert beugten sich Traute und Rudolf Thiel über das winzige Modell der Wohnanlage, die gerade an der Pollerbruchstraße entsteht und Anfang 2008 bezugsfertig sein soll. „Unsere Wohnung ist uns mit 87 Quadratmetern entschieden zu groß“, erzählten die beiden 70-Jährigen. Außerdem sei es nur eine Frage der Zeit, bis sie die Stufen hinauf in den ersten Stock nicht mehr schafften. „Deshalb sehen wir uns jetzt schon nach einer altersgerechten Wohnung um. Wir wollen die Entscheidung treffen, so lange wir noch gut dabei sind.“
Weltseniorentag
Das war das Argument von so manchem, der gestern beim Weltseniorentag an den Ständen auf der Königstraße und in der Volkshochschule vorbei schlenderte. Rund 60 Aussteller, darunter Baugenossenschaften, Wohlfahrtsverbände, Pflegedienstleister, Selbsthilfekontaktstellen und Wohnberater, waren dort vertreten, um Wissenswertes rund um das Thema „Älterwerden“ zu vermitteln. Marianne Rissel interessierte sich besonders für das Angebot des „Reiseteams“ aus Moers, das vor allem Reisen für ältere Menschen anbietet. „Bis vor kurzem sind mein Mann und ich noch allein in Urlaub gefahren. Aber ihm geht es gesundheitlich nicht mehr gut, und ich habe auch schon einige Operationen hinter mir“, erzählte die 75-Jährige. Deshalb sei es für sie besonders interessant, dass man bei diesen Anbieter zu Hause mit dem Taxi abgeholt werde und die Koffer nicht mehr tragen müsse. Außerdem sei die ganze Zeit über eine Begleitperson dabei und man müsse gar nichts selbst organisieren. „Da kann man doch viel beruhigter in Urlaub fahren, auch in unserem Alter noch“, betonte die Seniorin.
Nicht lange suchen
Als wahrer Publikumsmagnet erwies sich der Stand der Buchholzer Firma Aktiv Plus. Geschäftsführer Karsten Metzger-Härtel hatte neben verschiedenen Elekromobilen und Rollatoren auch einen Sessel mit Aufstehfunktion mit zur Königstraße gebracht. „Man drückt auf die Fernbedienung, die Sitzfläche fährt hoch und die Rückenlehne kippt nach vorne. So steht man schon fast, ohne selbst viel tun zu müssen“, erklärte er. Auch für seine Geldbörsen interessierten sich die Leute brennend. „Für jedes Geldstück gibt es ein separates Fach mit großem Aufdruck“, begeisterte sich die 83-jährige Rosa Scholz. „Da muss ich an der Kasse gar nicht mehr lange suchen, um das passende Kleingeld zu finden.“
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