Duisburg: Aurelis wird hier heimisch
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 27.01.2009Duisburg (RPO). Im Juli wird der Projektentwickler der Bahn seine neue Zentrale an der Mercatorstraße beziehen und dann die Vermarktung der 34 Hektar großen Brachfläche zwischen Bahnhof und Grunewald mit Macht vorantreiben.
Mit der gleichen Kreativität und Schaffenskraft, die aus dem alten Innenhafen ein richtungsweisendes Stück Innenstadt hat werden lassen, will Aurelis die freien Bahnflächen in Duisburg vermarkten. Das kündigte gestern Olaf Geist an, Regionalleiter West des Unternehmens, das im gesamten Bundesgebiet Bahngrundstücke vermarktet und Projekte entwickelt. Der Umzug der Regionalleitung von Köln nach Duisburg zum 1. Juli ist dazu ein wichtiger Schritt. "Wenn nicht hier, wo dann?" fragte Geist gestern bei einem Pressegespräch in die Runde und lieferte die Antwort gleich hinterher: "1,7 Millionen Quadratmeter Eigentum bedürfen der direkten Betreuung".
Das Gebäude an der Mercatorstraßen-Gebäude 19-23, in dem die rund 20 Aurelis-Mitarbeiter ab dem Sommer ihren Schreibtisch stehen haben, wird derzeit von grundauf saniert. 2,1 Millionen Euro werden hier investiert. Neben Aurelis ziehen dort ein Steuerberater sowie die Bundespolizei ein, die für die Sicherheit im Bahnhof sorgt und derzeit in Containern am Bahnhof-Ostausgang untergebracht ist.
Die von der Fläche und Größe bedeutenderen Projekte werden ab sofort in Angriff genommen. Dazu zählt vor allem die Nutzbarmachung der 34 Hektar großen Brache zwischen Koloniestraße und Grunewald. Drei Bauabschnitte hat Aurelis definiert. Zwischen Bahnhof und Koloniestraße wird derzeit schon konkret an einem Bürostandort gearbeitet. Zwischen dem Kreisverkehr und der Karl-Lehr-Straße ist gleichfalls Büronutzung vorgesehen. Und südlich davon bietet sich Raum für Gewerbeansiedlung an. "Wir haben hier die besterschlossene Brachfläche Deutschlands", schwämt Geist. Zwei Autobahnabfahrten ("Zentrum" und "Hochfeld"), die unmittelbare Bahnhofsnähe und die Tatsache, dass es zum DüsseldorferFlughafen gerade mal 20 Fahrminuten sind, machten das Grundstück unvergleichlich wertvoll.
Adolf Sauerland machte gestern ein zufriedenes Gesicht. Der Oberbürgermeister freute sich nicht nur darüber, Aurelis als neuen Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler begrüßen zu können, sondern griff auch bereitwillig zu Hammer und Meißel, um symbolisch mit der Modernisierung des Bahnhof-Südflügels zu beginnen. Noch mehr aber bereitet es ihm Zufriedenheit, aus dem Mund des Regio-Chefs Geist zu hören, das über die "alte Sache" Gras gewachsen ist, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Ursprünglich war für einen Teil der großen Brache das Einkauffszentrum MulitCasa geplant gewesen. Die Absage dieses Projektes hatte die Stimmung zwischen der Stadt und Aurelis so sehr getrübt, dass manch einer von Eiszeit sprach. "Jetzt wollen wir das Gras los werden", meinte Geist schmunzelnd. Gut vorstellbar, dass er im März im französischen Cannes bei der internationalen Immobilienmesse MIPIM gemeinsam mit der Stadtspitze bereits die ersten Investoren für das ehemalige Multi-Casa-Gelände vorstellt. Denn ab Mitte 2010 wird der Bebauungsplan vorliegen, so dass in Teilbereichen dann sehr zügig die Bagger anrücken könnten.
Bis zur MIPIM im kommenden März werden vielleicht auch schon Einzelheiten der Planungen für das 580 000 Hektar große Bahngelände in Wedau bekannt werden. Südlich der Wedauer Brücke ist wie berichtet Wohnbebauung geplant. Stadt und Aurelis werden noch in diesem Jahr hierzu eine Rahmenvereinbarung schließen.
Ferner stehen in der mittelfristigen Planung von Aurelis die Entwicklungen von zwei Flächen in Hochfeld ("Gewerbepark Heerstraße" mir rund 58 000 Quadratmetern) und in Hamborn ("Gewerbepark im Holtkamp" mit etwa 79 000 Quadratmetern) an.
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