Duisburg: Ausgeschlafene Reaktionen
VON SANDRA KAISER UND SINA ZEHRFELD - zuletzt aktualisiert: 11.05.2010Duisburg (RPO). Nach Bewältigung der Wahlnacht nehmen die Landtagskandidaten des Duisburger Westens Stellung zu ihren Ergebnissen. Sie zeigen sich erwartungsgemäß zufrieden oder wider Erwarten enttäuscht.
Am Tag nach der Wahl, nach ein paar Stunden Schlaf, hatten sich Enttäuschung oder Freude bei den Direktkandidaten des Duisburger Westens ein wenig gesetzt. Ein wenig erschöpft sei er, gab der Wahlsieger im Rennen um die Erststimmen, Rainer Bischoff, gestern zu.
In den vergangenen Wochen hatte er ständig Präsenz gezeigt, die Mühe hat sich ausgezahlt. "Ich hatte auf 50 plus x gehofft, und das habe ich mit 50,7 Prozent auch erreicht", sagte er zufrieden. Der Wahlausgang sei keine große Überraschung für ihn gewesen: "Ich war in letzter Zeit so viel unterwegs und so dicht an den Bürgern – da habe ich das schon gespürt."
Vier Prozent für Rechts
Die rechte Pro NRW kam auf der linken Rheinseite auf fast vier Prozent – rund 4,1 in Rheinhausen, rund 3,8 in Homberg / Ruhrort / Baerl. Die Wahlbeteiligung im Westen lag bei 57,7 Prozent.
Bis auf Guido Fischer (CDU) hatten die Kandidaten des Westens den Sonntagabend bei der Wahlparty im Krupp-Gymnasium verbracht. Dort hatten sie die Ergebnisse der Hochrechnungen auf der Großleinwand verfolgt, viele Lokalpolitiker und die SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas waren da.
"Ein herber Rückschlag"
Guido Fischer (CDU) nahm sein 25,6 -Prozent-Ergebnis im Rathaus zur Kenntnis. "Es ist ein herber Rückschlag für die CDU", resümierte er gestern ziemlich nüchtern. "Ich persönlich bin mehr oder weniger zufrieden. Ich hatte eigentlich nicht mehr erwartet: Rainer Bischoff und die SPD sind einfach über-dominant im Duisburger Westen." Es hätte "schon an ein großes Wunder gegrenzt, wenn gerade ich es gewesen wäre, der dem ein Ende bereitet hätte."
Sait Kele (Bündnis 90 / Die Grünen) vereinte 6,8 Prozent der Stimmen auf sich. Erst sei er enttäuscht gewesen, gab er zu, relativierte aber gleich: "Ich glaube, ich kann zufrieden sein. Wir haben einen haushohen Sieg einfahren können, sowohl auf Landesebene als auch in Duisburg." Dass die Zahlen hinterm Landesdurchschnitt zurückbleiben würden, damit sei zu rechnen gewesen: "Wir haben bei der Kommunalwahl im Vergleich zum Landesergebnis desaströs abgeschnitten", erinnerte er. "Das sind jetzt die Nachwehen davon."
Liegengebliebenes aufarbeiten
FDP-Kandidat Jörg Löbe fand zu seinen 3,5 Prozent deutlich bitterere Worte. "Die Enttäuschung war groß. Ich hatte mit fünf Prozent gerechnet", sagte er offen. "Wir haben unser Ziel verfehlt – das ist nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten." Der selbstständige Anlageberater will sich jetzt erstmal wieder mehr seinem Beruf widmen: "Da ist allerhand liegen geblieben in den vergangenen vier Wochen."
Auch Helmut Laakmann (Linke) hatte höhere Ziele gehabt und hielt seine Reaktion zum Direktwahlergebnis von 7,4 Prozent knapp: "Das ist doch nichts Besonderes."
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