Duisburg: Ausgliedern ist keine Option
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 18.02.2010Duisburg (RPO). Gestern zeigten Verantwortliche des Bertolt-Brecht-Berufskollegs deutlich auf, das die Ausgliederung
einzelner Ausbildungsgänge in andere Berufsschulen keine Option für Duisburgs Bildungslandschaft ist.Protestaktion
Die Schüler der beiden Berufskollegs in Huckingen und Rheinhausen werden auch nicht untätig sein.
Wie gestern aus Schülerkreisen zu erfahren war, soll es am Freitagmorgen zwischen 9.30 und 10 Uhr eine spontane Protestaktion an den beiden betroffenen Berufskollegs geben.
Huckingen "BKK 02" steht auf dem Nummernschild eines SLK's, der in der Kfz-Werkstatt des Bertolt-Brecht-Berufskollegs in Huckingen steht. Heute ist er extra zu Demonstrationszwecken mit einigen Analysegeräten ausgestattet worden. Denn die Schulleitung hatte gestern eingeladen, um sich noch einmal zu den Plänen der Stadt Stellung zu nehmen und praktisch aufzuzeigen, was eine Ausgliederung von Bildungslehrgängen für das Kolleg bedeuten würde.
Wie berichtet, ist im Haushaltssicherungskonzept der Stadt vorgesehen, zwei Berufskollegs in Duisburg zu schließen. Durch "Augen-Gespräche" mit dem Oberbürgermeister Adolf Sauerland, weiß Wolf Machon, dass seine Bildungseinrichtung eine derjenigen sein soll, in denen "das Licht ausgehen soll". Doch, wie wie er selbst sagt, trägt Machon seinen Vornamen nicht ohne Grund. Er könne "beißen" und will darlegen, warum das Berufskolleg in Huckingen weder ersetzt noch verkleinert werden kann. "Das Argument, dass wir nicht genug Schüler haben und zu viele 'Einpendler', ist vom Tisch", ist sich der Schulleiter sicher. Haben sich doch in diesem Jahr 390 Schüler am Kolleg angemeldet. "Das sind 25 Prozent mehr Anmeldungen, als im vergangenen Jahr", so Machon.
"Aber jetzt wird ein weiteres Argument vorgeschoben. Man beabsichtigt, einzelne Bildungsgänge an andere Standorte auszulagern. Doch das geht gar nicht, weil die unheimlich stark miteinander verzahnt sind", so der Kollegsleiter. Eine Verzahnung könne nur an einem Standort richtig durchgeführt werden. Um das zu demonstrieren, steht der SLK in der Werkstatt.
Denn, um diesen überhaupt betriebsfähig herzurichten, müssen mehrere Wissensgebiete den Auszubildenden vermittelt werden. Dazu brauche es beispielsweise IT-Lehrer, Dozenten für Mechatronik, Lehrkräfte für Kälte- und Klimatechnik und auch "Fachkräfte, die etwas von Wirtschaft verstehen, um die richtige Kalkulation den Auszubildenden zu vermitteln.", berichtet Machon. Wenn einer dieser Bereiche vom Bertolt-Brecht-Berufskolleg ausgegliedert würde, dann wäre eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker in Huckingen nicht mehr möglich. Doch dies sei nur ein Beispiel von vielen Ausbildungsberufen am Berufskolleg , die so verzahnt aufgebaut seien, so Machon. Deswegen will er noch intensiver gegen die Schließung seiner Bildungseinrichtung eintreten. Mit diesem Ziel ist er nicht alleine.
Gestern machten sich Landtagsabgeordnete Gisela Walsken, Bezirksbürgermeister Dietmar Eliaß , Duisburgs IG-Metal-Geschäftsführer Dieter Lieske, Bezirksvertretungsmitglied Mirze Edis und der Schulpoltische Sprecher der Duisburger SPD Heiko Blumenthal ein Bild von der Situation und sicherten Unterstützung zu.
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