Duisburg: Autobahn führt übers Feld
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 10.10.2009Duisburg (RPO). An der Sermer Straße soll die Anschlussstelle für Mündelheim und Serm der Autobahn A 524 entstehen. Die Präsentation der ersten Entwürfe sorgte bei Anwohnern der beiden Stadtteile auch für Unverständnis.
Süden "Ich will ihnen mal sagen, was ihre Pläne für Auswirkungen für mich, als Anwohner in Mündelheim haben." Klaus Lippert hat während der Unterbrechung der Sitzung der Bezirksvertretung Süd die Chance genutzt, sein Anliegen vorzutragen. Der Mündelheimer wohnt direkt neben der B 288, "direkt hinter der roten Schallschutzwand", wie er sagt und ist einer derjenigen, die durch den Ausbau der Straße zur Autobahn 524 am meisten betroffen sein werden.
Sieben Meter hoch
"Schon jetzt ist die Schallschutzmauer drei Meter hoch. Wenn ich richtig gerechnet habe, müssen doch, um die EU-Richtlinien für Schallschutz einzuhalten, die Wände bei einer Troglösung noch erhöht werden?", so fragte Lippert. Nach seinen Berechnungen würde dies bedeuten, dass die Mauern rechts und links eines möglichen Troges bis zu sieben Meter hoch gebaut werden müssten.
Für den Stadtteilbewohner keine schöne Aussicht, wie er selbst sagt. Und Jochen van Bebber, Projektleiter von "StraßenNRW" bestätigt seine Befürchtung: "Eine solche Höhe könnte bei einer Troglösung notwendig sein." Dadurch würden erhebliche Kosten entstehen, in einer Höhe, die fast an die Kosten für eine Tunnellösung heranreichen, wenn nicht sogar übertreffen würden, so der Straßenplaner. Auf jeden Fall würde, egal ob Troglösung (also eine Tieferlegung der Straße) oder Tunnellösung, der Lärm für die Anwohner sich auf jeden Fall reduzieren, denn neue Normwerte der EU müssten eingehalten werden, so van Bebber.
"Sieben Meter hohe Mauern wäre eine Katastrophe für Mündelheim", findet deswegen nicht nur Dietmar Eliaß, Fraktionsvorsitzender der SPD im Süden der Stadt. "Dadurch würde eine Zerschneidung des Stadtdteils über Jahrzehnte zementiert werden", gab Gisela Walsken, SPD-Landtagsabgeordnete am Abend der BV-Sitzung zu Bedenken. Auch CDU-Ratsherr Thomas Susen aus Buchholz sieht in Höhe Mündelheim nur einen Tunnel als Lösung, wie er sagt.
Parteien sind sich einig
Einig sind sich beide großen Parteien auf allen politischen Ebenden, dass der Ausbau der B 2888 zur Autobahn nur so Sinn machen würden, wie sie gestern bekräftigten. "Wir sind nur für die Autobahn, wenn es einen Tunnel gibt", so Eliaß. Zudem müssten die städtebaulichen und menschlichen Faktoren beachtet werden.
Sind die Mündelheimer doch auch mit einem drohenden Zementwerk auf Uerdinger Rheinseite doppelt vom Feinstaub belastet. Bei dem Lösungsvorschlag von "StraßenNRW" zur Anbindung des Mannesmannackers sieht Thomas Susen keine Option, den Festplatz der KG Südstern, an dem die Schützen Serms beteiligt sind, als mögliche Fläche für eine Auffahrt zu einer Brücke über die Autobahn zu nutzen (die RP berichtete gestern). "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein solch aktiver Verein, der das Gelände erst vor zwei Jahren gekauft hat, durch die öffentliche Hand enteignet wird", so der Ratsherr. Dafür werde er sich einsetzen.
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