Duisburg: Axel Kobers glanzvolles Konzert-Debüt
VON INGO HODDICK - zuletzt aktualisiert: 04.02.2011 - 11:21Duisburg (RPO). 21 Jahre jung ist Julian Bliss, aber schon ein Überflieger seines Instruments. Im jüngsten, sechsten Philharmonischen Konzert bewies er jetzt seine Qualität mit dem 2002 uraufgeführten, erfolgreichen Klarinettenkonzert des 1958 geborenen finnlandschwedischen Meisters Magnus Lindberg.
Dass dieses Werk nun also nicht mehr nur von seinem Widmungsträger Kari Krikku in die Welt getragen wird, beweist seine Repertoiretauglichkeit. Dem Komponisten und dem Solisten scheint auf der Klarinette nichts unmöglich. Wie man hört, soll das Konzert nach typisch finnischer Art in den Sommerferien komponiert worden sein: Lindberg stellte Krikku das Notenmaterial wohl zeitweise mit dem Ruderboot zu. In Duisburg war Julian Bliss endgültig umwerfend mit seiner Zugabe: dem "Hummelflug" von Nikolai Rimski-Korsakow.
Dass die Mischung aus Mystik und Dramatik in Lindbergs Klarinettenkonzert in der Philharmonie Mercatorhalle kongenial über die Rampe kam, lag auch am Dirigenten, der kein anderer war als Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg. Zuvor hatte er bereits bei der beliebten sinfonischen Dichtung "Die Pinien von Rom" ("Pini di Roma", 1924) des vor 75 Jahren verstorbenen Ottorino Respighi eindringlich gezeigt, dass Breitwandsound nichts ist ohne geduldige Detailarbeit. Das war ein glanzvolles Duisburger Konzert-Debüt dieses Dirigenten, zumal die Duisburger Philharmoniker an allen Pulten ihr Bestes gaben, und das ist nicht wenig.
Respighis "Pinien" ziehen alle Register von der Tonband-Nachtigall bis zu sechs zusätzlichen, altrömischen Blechblasinstrumenten (Letztere hier von der Empore), vom Strawinsky-Einfluss bis zur Mussolini-Vorahnung. Zum vollsten, aber keineswegs dröhnenden Klang trug auch die bekanntlich besonders laute Orgel der Mercatorhalle bei.
Auch die Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73 von Johannes Brahms erfuhr hier eine hochklassige, wenn auch nicht ganz so aufregende Aufführung.
Das nächste, siebte Philharmonische Konzert steigt schon am Mittwoch, 23 Februar, und Donnerstag, 24. Februar, jeweils um 20 Uhr. Iveta Apkalna ist die Solistin in der Symphonie Concertante für Orgel und Orchester op. 81 von dem wallonischen Meister Joseph Jongen, die Duisburger Philharmoniker spielen unter der Leitung ihres GMD-Kandidaten Simon Gaudenz außerdem die Tanzsuite Sz 77 von Béla Bartók und die Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67 von Ludwig van Beethoven. Karten unter Tel. 0203 / 3009-100.
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