Duisburg: Banker griffen zum Pinsel
VON NILS HERRMANN - zuletzt aktualisiert: 21.11.2006Duisburg (RPO). 15 Mitarbeiter der Citibank renovierten ehrenamtlich vier Räume der AWO-Familienbildungsstätte. Dies war der Duisburger Beitrag eines weltweiten Freiwilligentags der Citigroup.
Private Equity Fonds, kreditfinanzierte Firmenübernahmen oder die Inszenierung des Deutsche-Bank-Vorstandschefs Josef Ackermann während des Mannesmann-Prozess lassen am Verantwortungsbewusstsein der Finanzwelt zweifeln. Die Citigroup hingegen demonstrierte jetzt unter anderem durch ihren Duisburger Citibank-Ableger, dass soziale Verantwortung durchaus kein Fremdwort ist.
Am selbst ausgerufenen „Global Community Day“ trafen 15 Citibank-Mitarbeiter freiwillig in der Familienbildungsstätte der Arbeiterwohlfahrt an der Börsenstraße zusammen. Mit vereinten Kräften verliehen sie vier Veranstaltungsräumen einen neuen, sehnsüchtig erwarteten Anstrich. „Weil unsere Angebote sehr gut angenommen werden, nutzen die Räume schnell ab“, weiß Lisa Müller. Als Pädagogin entwickelt und begleitet sie jedes Spiel- oder Lernangebot der Arbeiterwohlfahrt für Kinder und Erwachsene. „Wir sind von Landesmittelkürzungen betroffen und deshalb froh über das soziale Engagement“, erklärte Müller weiter. Mit eigenen Finanzmitteln hätte die Renovierung der Räumlichkeiten nicht durchgeführt werden können.
Für Teamleiter Joachim Strötges von der Citibank ist ehrenamtliches Engagement eine Selbstverständlichkeit. Gegenüber unserer Zeitung erklärte er den Geist, der hinter der außergewöhnlichen Initiative steckte damit, dass „wir uns für die Gesellschaft einsetzen wollen, in der wir leben“. Dass die Citibank gerade diese unterstützungswürdige Einrichtung auswählte, ist Maya Müller zu verdanken. Die junge Mutter und Systemadministratorin im Rechenzentrum der Citibank kennt die Misere der Bildungsstätte nur zu gut: „Ich besuche mit meinem Sohn den Miniclub und habe die Not gesehen“.
Damit die Kinder des Miniclubs, der es ihnen ermöglicht, zusammen mit ihren Eltern auf spielerische Art ihre Fähigkeiten zu fördern, wieder in Wänden spielen können, die unverschmutzt sind und strahlen, erklärte sie, wie auch die anderen, gerne ihren freien Samstag zum „Tag des Ehrenamtes“.
Dem breiten Bildungsangebot der AWO Rechnung tragend, kamen nicht nur die Kleinen in den Genuss neuer Wandfarben. Auch der Raum für Sprach- und Integrationskurse, die sich an ein älteres Publikum mit Migrationshintergrund richten, erhielt einen neuen Anstrich in klarem Weiß. Die Kinder dürfen sich über kräftiges Sonnengelb und Apfelgrün freuen. Zudem werden die Stühle im Spielraum in der Traditionsfarbe der AWO lackiert: „Tomatenrot, wie die Kinder sagen“, meinte Lisa Müller und lächelte.
Die Citibank-Mitarbeiter konnten sie durch ihren freiwilligen Einsatz an jenem Tag sehr glücklich machen.
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