Duisburg: „Der Unmut ist unbeschreiblich“
zuletzt aktualisiert: 21.04.2007Duisburg (RPO). „Wir fühlen uns verarscht“, erklärte der Asterlager SPD-Chef Norbert Bächtold drastisch. Die Rede war wieder einmal vom neuen „Bäderkonzept“ und dem Freibad am Toeppersee (wir berichteten). Die SPD-Ortsvereine Bergheim und Asterlagen hatten zu einer Bürgerversammlung in den Trompeter Hof geladen. Laut Bächtold ist der Unmut in der Bevölkerung „nicht zu beschreiben“. „Das kann man auch keinem Bürger mehr erklären, was da abläuft.“
Die Bezirksvertretung hatte sich für eine Öffnung der bestehenden, voll funktionstüchtigen Badeanlage am Toeppersee ausgesprochen, aber im Augenblick scheint es an den Kosten dafür zu scheitern. Ein Argument, das Bächtold nicht nachvollziehen kann, bei wahrscheinlich rekordverdächtig hohen Einnahmen beim erwarteten „Jahrhundertsommer“: „Die Stadt Duisburg scheint so viel Geld zu haben, dass sie auf derartige Einnahmen verzichten kann.“ SPD-Bezirksverbandschef Reiner Friedrich äußerte eine ähnliche Einschätzung: „Die Verwaltung führt uns an der Nase herum.“ Friedrich informierte Bürger und Genossen über die Ergebnisse des fraktionsübergreifenden Workshops und bestritt Zahlen der Verwaltung, nachdem die dort erarbeite Lösung angeblich zu teuer sein soll. Als Beispiel nannte Friedrich die Kosten für die Errichtung für einer Dreimeter-Sprungplattform, die laut Verwaltung rund 137 000 Euro kosten soll. „Nach Angeboten, die wir selbst eingeholt haben, liegen die Kosten bei nur 14 850 Euro“, erklärte Friedrich.
„Die Verwaltung scheint der Meinung zu sein, dass das Freibad Kruppsee und das Kombibad Homberg ausreichen, um den Bedarf zu decken“, urteilte Friedrich. „Da scheinen einige ein Jahrhundert zu spät geboren zu sein.“ Schon im vergangenen Sommer platzen besagte Einrichtungen aus den Nähten – ohne die 5000 Besucher, die zeitgleich im Toepperseebad waren.
Friedrich sprach sich noch mal für die von der Bezirksvertretung beschlossene Lösung aus: „Ansonsten wird es in diesem Jahr und auch in Zukunft keine Freibademöglichkeit am Toeppersee mehr geben.“
Am Dienstag soll der Sportausschuss entscheiden. Bis dahin sammelt die SPD weiter Unterschriften und veranstaltet am Montag um 19 Uhr noch eine weitere Bürgerversammlung in der Rheinhausen-Halle.
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