Duisburg: „Europa ist mitten unter uns“
zuletzt aktualisiert: 15.04.2008Duisburg (RPO). KAB-Bezirkstag an der Gemeinde Liebfrauen Hochheide: 130 Delegierte diskutierten über „Leben und Arbeiten in Europa“. Zu den Gästen zählte der KAB-Bundesvorsitzende Georg Hupfauer. Er forderte Chancengleichheit und ein „garantiertes Grundeinkommen“ in Europa.
Soziale Persönlichkeit
Alois Fischer, CDU-Ratsherr aus Hochheide, wurde anlässlich des KAB-Bezirkstags als „Soziale Persönlichkeit“ geehrt. KAB-Bezirkspräses Klaus Ulaga wies auf Fischers langjähriges Wirken hin. Seit den 50er Jahren sei er aktives CAJ/KAB-Mitglied und engagiere sich heute noch aus den Sozialprinzipien der katholischen Soziallehre heraus für die sozialen Brennpunkte in seinem Stadtteil.
Hochheide „Leben und Arbeiten in Europa“ lautete das Thema des KAB-Bezirkstags in der katholischen Gemeinde Liebfrauen Hochheide. 130 Delegierte vertraten dabei die insgesamt 6000 Mitglieder, die der Bezirksverband Wesel der Katholischen Arbeitnehmerbewegung in insgesamt elf Unterbezirken und 54 Ortsvereinen zählt. Bezirkspräses Klaus Ulaga und Diözesanpräses Michael Prinz feierten zu Beginn einen Gottesdienst. Pfarrer Christoph Gerdemann, Präses der KAB Homberg-Hochheide, begrüßte am Ende die Anwesenden und erläuterte am Beispiel des im Altarraum neu aufgehängten Plexiglas-Kreuzes des Künstlers Ludger Hinse: „Das Kreuz lässt durchscheinen und verweist auf eine größere Wirklichkeit. Auch wir können uns und die Umgebung darin spiegelnd sehen. So ist auch die KAB“.
Frischer Wind
Die Beratungen im Pfarrheim begannen mit Grußworten. „Es herrscht sehr wohl ein frischer Wind in der KAB, er muss aber ständig neu entfacht werden“, sagte Bezirksvorsteherin Hildegard Fischer. „So sind Information und Wissen die Triebkraft für Erneuerung und Wachstum“. Zum Thema des Bezirkstages formulierte sie: „Man muss von der ehrlichen Arbeit aber auch leben können; Dumpinglöhne sind europaweit ein großer Missstand. Des Weiteren ist das Alter gerade in Deutschland ein großes Armutsrisiko“. Jürgen Dötsch, Vorsitzender der örtlichen KAB, kündigte das 100-jährige Jubiläum seines Vereines als Identität stiftenden Höhepunkt an. Der Landtagsabgeordnete Rainer Bischoff sprach als DGB-Vorsitzender der Region Niederrhein und Sozialdemokrat: „Erstens, schaut man sich das Tariftreuegesetz Niedersachsen an, über das die EU per Urteil entschieden hat, dann muss man derzeit wohl in der Mindestlohndebatte davon ausgehen, dass der Wettbewerb wichtiger ist als der soziale Schutz. Und zweitens sind auf EU-Ebene die Ausweitung der Mitbestimmung zu fordern sowie verstärkte Rechte für EU-Betriebsräte.“
Mit dem KAB-Bundesvorsitzenden Georg Hupfauer diskutierten die Delegierten über Leben und Arbeiten in Europa. Hupfauer forderte „Chancengleichheit und Gleichbehandlung von Frauen, gleichwertige Anerkennung aller Formen der menschlichen Arbeit in der Gesetzgebung und der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes. Weiter eine Europäische Unternehmensverfassung zur Sicherung und Ausbau der Mitbestimmungsrechte der lohnabhängig Beschäftigten. Kampf gegen die Armut u.a. durch ein garantiertes Grundeinkommen in Europa.“
Echte Solidarität lehren
Der Verbandsvorsitzende verstand es gut, auf die alltäglichen Europa-Erfahrungen der Menschen mit den programmatischen Ansätzen der KAB zur anstehenden Europa-Wahl im Juni 2009 zu antworten. Im sich anschließenden Plenum konnte man hören: „Wir alle sollten unseren Kindern und Enkelkindern mal wieder beibringen, was Solidarität ist.“
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