Duisburg: „Neue Alte“ voller Energie
VON SONJA BROWATZKI - zuletzt aktualisiert: 25.08.2008Duisburg (RPO). Trotz des Regens fand der Auftritt des Kabarett-Duos Rainer Pause und Norbert Alich in der Dorfkirche statt. Die beiden älteren Herrschaften zeigten sich in Topform und begeisterten die rund 240 Zuschauer.
FREIMERSHEIM Mit ihrem Programm „Durchstarten“ begeisterte das Bonner Kabarettistenduo Rainer Pause und Norbert Alich alias Fritz und Hermann über 240 Zuschauer in der Friemersheimer Dorfkirche. Die ausverkaufte Veranstaltung bildete am Freitagabend die publikumswirksame Eröffnung für den Friemersheimer Kultursommer. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten aufgrund des schlechten Wetters und einer zu geringen Information der Besucher über den geänderten Veranstaltungsort boten Fritz und Hermann gewohnt niveauvollen Humor. Ursprünglich sollte bei Regen der Auftritt des Kabarettistenduos in der Rheinhausenhalle stattfinden. Diese „Schlechtwetter-Regelung“ war sogar auf den Eintrittskarten in dieser Form vermerkt. Als es dann regnete fuhren viele Zuschauer, im Glauben richtig zu Handeln, in die Rheinhauser Stadtmitte. „Wir standen vor verschlossen Türen“, ärgerte sich eine Besucherin. Zwar sei die Information Donnerstag in der Tagespresse gedruckt gewesen, so Melanie Becker aus dem Kulturbüro, doch berichteten Gäste, dass im Internet bis zuletzt der falsche Veranstaltungsort angegeben war.
Orgellauf
Bereits seit 2003 werden im Rahmen des „Orgellaufes“ Spendengelder gesammelt. Jeder kann gegen eine Startgebühr von fünf Euro am Lauf teilnehmen. Die zu bewältigende Strecke ist fünf Kilometer lang und verläuft durch das Rheinvorland zurück. Der Orgellauf hat bei der Gemeinde den sportlichen Ehrgeiz geweckt.
Geld zurück
„Am Veranstaltungstag selbst noch mal umziehen, oder im Vorfeld beide Orte vorbereiten – das ist logistisch und finanziell nicht möglich“. Jeder, der aufgrund des kurzfristig geänderten Veranstaltungsortes sein Geld zurück verlangt habe, sei entschädigt worden. Doch weder Regen noch anfängliche Probleme änderten etwas an der gelösten Stimmung, die das Duo in die Kirchenräume zauberte. Alles und jeder wurde scharfsinnig und zynisch aufs Korn genommen.
Kinderlosigkeit in Deutschland zum Beispiel sei in der liberalen Einstellung der 68er-Generation in Bezug auf gleichgeschlechtliche Ehe begründet, und Probleme in der Rentenkasse durch Einführung der Pille und zu viel Werbung der Kondomindustrie. „Ganz im Gegenteil zu früher sind nicht mehr die mit den kurzen Röcken diejenigen, die für den Fortbestand der Bevölkerung sorgen, sondern die mit den hochgeschlossenen Blusen“ stellt Fritz fest und nennt Familienministerin Ursula von der Leyen mit fünf Kindern als passendes Beispiel.
„Unzerstörbar und voller Energie“ seien die „neuen Alten“. Sie müssten sich heutzutage tatsächlich überlegen, etwas mit dem Leben nach der Arbeit anzufangen. „Früher war man ja schon tot, bevor man sich ein Hobby gesucht hat. Heute gehen Senioren zum Nordic Walking, Aquagymnastik und ins Fitnessstudio“, so das Credo der ebenfalls alternden Herren.
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