Duisburg: „Tafel“ jetzt auch in Marxloh
VON PETER KORTE - zuletzt aktualisiert: 23.10.2008Duisburg (RPO). Seit gestern werden auch im Duisburger Norden Lebensmittel für Bedürftige ausgegeben. Die Zahl der Abholer im ehemaligen Pfarrhaus „An der Paulskirche“ ist erst einmal auf 50 beschränkt.
Im ehemaligen Pfarrhaus „An der Paulskirche 7“ in Marxloh war gestern viel zu tun. Fleißige Helfer luden Lebensmittel aus dem Transporter aus, sortierten sie drinnen auf Tischen – und gaben die Obst, Brot und Konserven am Nachmittag an Bürger aus, die sich diese Waren vielleicht ansonsten nicht hätten leisten können. Die Duisburger Tafel, seit Jahren in Hochfeld engagiert, eröffnete in Kooperation mit der Caritas Duisburg und der katholischen Kirchengemeinde St. Norbert eine zweite Lebensmittelausgabestelle für Duisburger Bürger.
„Für Menschen aus Marxloh oder Walsum ist es äußerst zeitraubend, unseren Tafelladen in Hochfeld zu besuchen, deshalb haben wir uns entschlossen, unseren zweiten Laden in Marxloh aufzumachen“, so Günter Spikofski, Geschäftsführer der Duisburger Tafel. Im Zusammenwirken mit der Kirchengemeinde St. Norbert und der Caritas sei man gerne „eingestiegen“, müsse die Zahl der Abholer aus Kapazitätsgründen aber erst einmal auf 50 beschränken. Somit würden rund 150 Personen in Marxloh einmal pro Woche mit Lebensmitteln versorgt.
Fünf Tonnen pro Tag
Gut fünf Tonnen Lebensmittel pro Tag benötigt die Duisburger Tafel. Denn neben dem Tafelladen in Hochfeld und auch dem in Marxloh werden unter anderen zwei Schulen, zwei Kindergärten, zwei Frauenhäuser und die Bahnhofsmission versorgt. In Hochfeld ist die Ausgabestelle an fünf Tagen in der Woche geöffnet. 750 Berechtigungskarten sind ausgestellt, somit können hier 2000 bis 2500 Duisburger mit Lebensmitteln versorgt werden.
Dabei, so Günter Spikofski, wird es immer schwieriger, die Waren zu besorgen. Damit es in Marxloh nicht zu Engpässen kommt, will, wie Pfarrer Andreas Willenberg gestern ausführte, die Kirchengemeinde St. Norbert die ortsansässigen Händler gezielt ansprechen und fragen, „ob sie in das Netz mit einsteigen wollen“.
Kirche zeigt Flagge
Auch die Pfarrmitglieder wurden schon informiert. Erstmals zum Erntedanktag-Fest konnten Lebensmittel in der Kirche in einen Korb gelegt werden. Die Resonanz sei gut gewesen, hieß es gestern. Pastor Michael Küppers von St. Peter und Paul (Teil der Kirchengemeinde St. Norbert) verwies auf die immer stärker klaffende Schere zwischen Arm und Reich in Marxloh. Angesichts des Moscheebaus würden viele Bürger fragen: „Und wo bleiben wir?“ Gerade deshalb positioniere sich die Kirche auch in Marxloh.
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