Duisburg: „Wasserspiel“ in Meiderich
VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 19.08.2008Duisburg (RPO). Über die haushohe Fontäne, die plötzlich aus der Straße Auf dem Damm in die Höhe schoss, freuten sich die Anlieger in Meiderich allerdings weniger. Denn das Wasser lief über ihre Balkone in die Wohnungen.
Vorschieber
Dass die Wassermassen bei einem durch einen defekten Hydranten hervorgerufenen Wasserspiel ungehindert aus dem Boden schießen, soll in der Straße Auf dem Damm in Zukunft nicht hoffentlich mehr passieren können.
Die Tiefbauer der Stadtwerke haben deshalb einen sogenannten Vorschieber vor den Hydranten gesetzt.
Rund 150 Kubikmeter Wasser schossen gestern gegen halb elf aus einem defekten Unterflurhydranten an der Straße Auf dem Damm im Stadtteil Meiderich. Mindestens zehn Meter, Augenzeugen berichten gar von 20 Metern, schoss das Wasser mit einem Druck von rund fünf Bar in die Höhe – und zurück auf die Balkone mindestens eines Mehrfamilienhauses am Straßenrand, berichtet Helmut Schoofs, Pressesprecher der Duisburger Stadtwerke. Weil die die Mengen gar nicht aufnehmen konnten, lief es in die Wohnungen hinein. „Das Wasser stand kniehoch in der Wohnung meiner Schwiegermutter“, sagt Bärbel Gerigk, die mit ihrem Mann zur Wohnung der Schwiegermutter gekommen ist. Der Schrecken steht ihr ins Gesicht geschrieben. Vorerst könne die Wohnung wohl nicht bewohnt werden, befürchtet sie.
Wasser auch im Schuhgeschäft
Tanja Lotz ist Leiterin der Deichmann-Filiale im Erdgeschoss des „gewässerten“ Hauses. „Meine Kollegin hat mich sofort gerufen, als sie die Fontäne aus dem Boden schießen sah. Wir mussten sofort die Warenträger vom Bürgersteig reinholen, damit die Schuhe nicht durchnässt werden“, sagt sie. Im Eingangsbereich sind die Spuren der Wassermassen unübersehbar. Der Teppich ist von der Nässe noch ganz dunkel. „Es hat relativ lange gedauert bis die Fontäne gedämmt war“, sagt Lotz. Die Ware habe aber zum Glück nicht so viel abbekommen, stellt die Verkäuferin erleichtert fest. „Aber das Wasser tropft natürlich aus den über uns liegenden Wohnungen“, sagt sie. „Mal sehen, wie es dann morgen früh aussieht, wenn wir zur Arbeit kommen“.
Erst zu viel, dann kein Wasser
Eine Stunde dauerte es, bis die Tiefbauer der Stadtwerke die Wassermassen im Griff hatten. Die Polizei sperrte die Straße um den defekten Hydranten zeitweise ab. Währenddessen pumpte die Feuerwehr ab, was sich abpumpen ließ. Bis gegen ein Uhr mittags hatte sie alle Hände voll zu tun. Gegen 15 Uhr gab es im betroffenen Haus, in dem sich neben Privatwohnungen und dem Schuhgeschäft auch eine Arztpraxis befindet, wieder fließendes Wasser. Nach Angaben der Stadtwerke konnten die Tiefbauer bis dahin den defekten Hydranten ausbauen und erneuern.
Die Ursache war nach Angaben des Pressesprechers der Stadtwerke, Helmut Schoofs, kein konventioneller Rohrbruch. Der Unterflurhydrant, der von den Stadtwerken selbst oder der Feuerwehr zum löschen oder aber auch bei großen Veranstaltungen als Haupthahn für einen Wasserzugang benutzt wird, ist normalerweise mit einer festen Gussplatte verschlossen. Als gestern die Tiefbauer der Stadtwerke aufgrund einer Störungsmeldung den Hydranten kontrollierten, flog das Ventil weg. Die Gussplatte schoss unter dem immensen Druck der Wassermassen meterhoch aus dem Boden, verletzte aber zum Glück niemanden.
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