Duisburg: Beratungsmarathon zu Mingas-Plänen
VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 23.09.2009Duisburg (RPO). Baerl Heute um 10 Uhr beginnt die Erörterung des Antrags der Firma Mingas Power für die Errichtung einer Grubengas-Verwertungsanlage im Binsheimer Feld in Baerl. Die Bezirksregierung Arnsberg, die für alle Bergbauangelegenheiten in NRW zuständige Genehmigungsbehörde, hat sich auf lange Gespräche eingestellt.
Für ganze drei Tage hat sie die Homberger Glückauf-Halle gemietet. In dieser Zeit soll über alle Einwendungen, die betroffene Bürger unter Federführung der Bürgerinitiative "Kein Grubengaskraftwerk in Baerl" nach der öffentlichen Auslegung der Antragsunterlagen eingereicht haben, diskutiert werden.
"Wir sind auf einen mehrtägigen Erörterungstermin vorbereitet", sagt Lothar Nigge von der Bezirksregierung. Die Bürger könnten ihre Einwendungen und Bedenken in Ruhe vortragen und erläutern. Die Argumente würden ausgewertet, bevor man schließlich über den Antrag entscheide. "Ob und unter welchen Einschränkungen der Antrag genehmigt wird, ist für uns nach wie vor offen", betont der zuständige technische Dezernent.
Projektgegner: gute Aussichten
Zum Hintergrund: Insgesamt gibt es vier verschiedene Genehmigungsverfahren. Für die grundsätzliche Gewinnung von Grubengas in Baerl hat die Bezirksregierung der Firma Mingas Power am 13. Mai grünes Licht gegeben. Die Genehmigung für die Bohrung auf dem Grundstück an der Schulstraße 40 wurde noch nicht erteilt, weil unter anderem noch ein Schallschutzgutachten fehlt. Auch die geplante Kabeltrasse, über die der in dem Kleinkraftwerk erzeugte Strom zum Schacht Gerdt geführt werden soll, ist noch nicht genehmigt. Schließlich fehlt noch die Genehmigung für den Betrieb der Verwertungsanlage im Binsheimer Feld.
Um diesen letzten Punkt geht es bei dem Erörterungstermin: Bei diesem Antrag von Mingas Power hatte die Bezirksregierung ein Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz mit Öffentlichkeitsbeteiligung für nötig gehalten. Die Antragsunterlagen lagen unter anderem im Homberger Bezirksamt aus. Bis zum 8. Juli waren Einwendungen möglich. Die Projektgegner in der Bürgerinitiative hatten Fachleute und Juristen auf Hochtouren arbeiten lassen. Die haben bis zum Stichtag einen 78 Seiten umfassenden Schriftsatz mit Argumenten formuliert, die gegen die Pläne des Unternehmens sprechen. Genau über diese Punkte soll heute diskutiert werden.
Alexandra Erwig von der Bürgerinitiative schätzt die Erfolgsaussichten als "gut" ein. "Wir haben so viele Mängel in den Antragsunterlagen aufgedeckt. Das kann die Bezirksregierung gar nicht genehmigen."
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