Duisburg: Besuch bei den Ärmsten
VON MARITA JÜNGST - zuletzt aktualisiert: 27.04.2007Duisburg (RPO). Der Bosnienbeauftragte des Caritasverbandes, Heribert Hölz war wieder unterwegs, um nach seinen Projekten zu sehen. Dahinter verbergen sich Menschen, die zum Leben auf Hilfe aus Deutschland angewiesen sind.
Spendenkonto
Wer die Bosnienhilfe des Caritasverbandes Duisburg unterstützen möchte, hier die Bankverbindung:
Kontonummer 200 104 305,
Bankleitzahl 350 500 00,
Geldspenden können bei der Sparkasse Duisburg unter dem Stichwort „Bosnienhilfe“ eingezahlt werden.
Marjan Bosnjak ist 19 Jahre alt und hat Muskelschwund. Seine Oberschenkel bestehen aus kaum mehr als Knochen, alleine gehen kann er schon lange nicht mehr. Das Schicksal des bosnischen Jungen hat auch Heribert Hölz gerührt. Seit einiger Zeit kümmert er sich um die Familie, die er jetzt auf seiner jüngsten Reise durch das Land wieder einmal besuchte. Dabei brachte er Geld vorbei, dass ein Pfarrer in der Gemeinde für die Familie verwalten wird. 100 Euro werden Familie Bosnajk in den kommenden Monaten für die anfallenden Krankenkosten zur Verfügung stehen. Denn Geld vom Staat oder von der Krankenkasse gibt es nicht.
Auf staatliche Unterstützung kann auch Familie Dardalic nicht zählen. Sie ist eine der Familien, die von Paten aus Duisburg und Umgebung monatlich 50 Euro bekommen. Die kann die neunköpfige Familie auch dringend brauchen, denn inzwischen ist das achte Kind unterwegs. Bisher lebten Eltern und Kinder gemeinsam in einem fensterlosen Raum. Jetzt wird an die Einraum-Wohnung angebaut, dank der finanziellen Unterstützung von Heribert Hölz und seiner Frau Ursula. Die nämlich hatten aus dem Verkauf ihrer selbstgemachten Marmeladen noch 5000 Euro „übrig“, die sie für den Bau zur Verfügung stellten. Jetzt werden zwei zusätzliche Räume geschaffen, und zwar von Bauleuten aus der Umgebung, die für ihre Arbeitskraft kein Geld verlangen. „Die arbeiten für Gotteslohn“, sagt der Bosnienbeauftragte Heribert Hölz.
Auf seiner rund 1600 Kilometer langen Reise durch Bosnien besuchte Heribert Hölz fast alle Projekte, die die Bosnienhilfe der Caritas Duisburg unterstützt. So auch die Suppenküche in Zenica. Doch Diesmal standen die Menschen im Vordergrund, die von der täglichen warmen Mahlzeit profitieren. Ebenfalls als Station stand der Kindergarten in Sarajewo auf der Reiseroute, der dort mit Hilfe der Duisburger aufgebaut wird.
Für Heribert Hölz, der im Oktober dieses Jahres in den Ruhestand geht, war es die nunmehr 58. Reise nach Bosnien. Das hat er genau nachgezählt. Und es wird nicht seine letzte gewesen sein. Im Juni steht ein erneuter Besuch in dem Land auf dem Programm, das er inzwischen wie seine Heimat kennt. Und nach seiner Pensionierung wird Hölz ehrenamtlich als Bosnienhelfer weitermachen. Dann steht auch wieder ein Besuch bei Marjan Bosnjak an, sofern er noch lebt. Denn wie viel Zeit dem 19-Jährigen bleibt, weiß niemand genau. Deshalb hat Hölz ihm auch zwei große Wünsche erfüllt: eine Playstation und ein Trikot der kroatischen Nationalmannschaft.
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