Duisburg: Betriebsratswahl: Verdi verklagt alltours
VON DIRK GRUPE - zuletzt aktualisiert: 13.09.2006Duisburg (RPO). Die Betriebsversammlung von alltours findet ein Nachspiel vor Gericht. „Wir werden in den nächsten Tagen eine Klage gegen alltours einleiten“, bestätigt Gaston Schulz-Kleyenstüber vom Verdi-Bezirk Duisburg-Niederrhein. Die Dienstleistungsgewerkschaft will bei dem Reiseveranstalter gerichtlich eine Betriebsratswahl einfordern. Bei einer Mitarbeiterversammlung vergangene Woche hatten wie berichtet alle Teilnehmer gegen die Einsetzung eines Wahlvorstands gestimmt. Die Bildung des Gremiums ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer Betriebsratswahl.
Die drei Initiatoren erhoben im Anschluss an die Versammlung schwere Vorwürfe gegen Deutschlands viertgrößten Reiseveranstalter. Die Wahl erklärten sie wegen Formfehlern für nicht rechtens. So hätte alltours-Chef Willi Verhuven Verdi-Mitgliedern den Zutritt verweigert. Auch von Mobbing, schlechten Arbeitsbedingungen, Druck auf die Belegschaft sowie untertariflicher Bezahlung war die Rede. Diese Vorwürfe weist Verhuven brüsk zurück: „Wenn Verdi einen Betriebsrat bei alltours erstreiten will, dann stellt sich Verdi gegen die alltours-Mitarbeiter.“ Die Anschuldigungen seien unhaltbar. Als Errungenschaften der Firma nannte er unter anderem übertarifliche Gehälter, ein halbes Gehalt Urlaubsgeld, volles Gehalt Weihnachtsgeld und Bonuszahlungen. „Ich habe die Firma 32 Jahre lang ohne Betriebsrat, aber sehr erfolgreich geführt“, so Verhuven, „und denke, dass die Mitarbeiter sehr zufrieden sind. Vor allem wissen die Mitarbeiter unsere sozialen Leistungen zu schätzen. Sollte die Mehrheit die Einrichtung eines Betriebsrates wünschen, wird die Geschäftsführung das akzeptieren.“
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