Duisburg: Bewegender Abschied
VON INGO HODDICK - zuletzt aktualisiert: 20.05.2011Duisburg (RPO). Bei seinem letzten Philharmonischen Konzert als Duisburgs Generalmusikdirektor mit der monumentalen "Auferstehungssinfonie" von Gustav Mahler wurde Jonathan Darlington gefeiert und geehrt.
Ausverkaufte Philharmonie Mercatorhalle, zahlreiche Ehrengäste aus Kultur, Politik und Wirtschaft, Pressefotografen, feierliche und gerührte Stimmung. Das jüngste, zehnte Philharmonische Konzert war das letzte von Jonathan Darlington als Duisburgs Generalmusikdirektor.
Er und Prof. Dr. Ekkehard Schulz erhielten dabei die Mercatorplakette und trugen sich in das Goldene Buch der Stadt Duisburg ein. Es erklang die monumentale Sinfonie Nr. 2 c-Moll "Auferstehungssinfonie" von Gustav Mahler, auf den Tag genau 100 Jahre nach dem Tod des Komponisten.
In den Herzen der Duisburger
Ehrungen
Die Mercatorplakette ist eine der höchsten Ehrungen für Verdienste um die Stadt Duisburg.
Sie wird auf Beschluss des Rates der Stadt Duisburg verliehen, jetzt zum ersten Mal seit vier Jahren.
Das Goldene Buch der Stadt Duisburg hält herausragende Besuche prominenter Persönlichkeiten, politische Weichenstellungen und herausragende stadthistorische Ereignisse für die Nachwelt fest.
Zunächst spielte Marcus Strümpe an der Orgel die "Litanies", das bekannteste Stück des vor 100 Jahren geborenen (und im Zweiten Weltkrieg gefallenen) französischen Meisters Jehan Alain, eine Verbeugung vor dem frankophilen GMD. Bevor Oberbürgermeister Adolf Sauerland die Mercatorplakette verlieh, hielt er eine bewegende Ansprache.
Besonderen Beifall erhielt er dafür, dass er die beiden Geehrten in den Herzen der Duisburger verortete. Deutlich wurde, dass der künstlerisch und menschlich beliebte Dirigent in seiner zehnjährigen Amtszeit die Duisburger Philharmoniker in unserer Stadt und ihrer Umgebung fest verankert hat.
Deutlich wurde auch, wie Prof. Dr. Ekkehard Schulz als langjähriger Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp und nicht zuletzt Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde der Duisburger Philharmoniker mäzenisch und motivatorisch tätig war.
Schulz betonte zum Dank, das kulturelle Umfeld in einer Region müsse stimmen, besonders für Führungskräfte. Und Darlington erinnerte sich an seine Ankunft in Duisburg, als Kapellmeister der Deutschen Oper am Rhein: "Es war grau, es regnete, und mein Auto wurde abgeschleppt. Eines der ersten deutschen Worte, die ich gelernt habe: ,abgeschleppt'! Aber später war nichts mehr grau."
Eines der besten Konzerte
Das Konzert selbst war dann eines der besten, das Jonathan Darlington und die Duisburger Philharmoniker je gegeben haben. Welch eine ungeheure Entwicklung dieser Künstler in seiner Duisburger Amtszeit durchgemacht hat, sieht man auch an seiner immer noch weiter wachsenden Mahler-Kompetenz.
Das ging natürlich nicht ohne das in riesiger Besetzung angetretene Orchester, das an allen Pulten wie um sein Leben spielte. Der von Marcus Strümpe einstudierte philharmonische chor duisburg, die Sopranistin Christina Landshamer und nicht zuletzt (wie in dieser Sinfonie hier schon einmal 2003) die Altistin Ingeborg Danz setzten vokale Glanzlichter.
Dann lagen für weiße Taschentücher bereit, mit denen wir zum Abschied winken konnten. Auf Wiedersehen!
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