Duisburg: Bienen: friedlicher als ihr Ruf
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 23.06.2008Duisburg (RPO). „Los, flieg schneller“, rief der kleine Max aufgeregt. Um ihn herum summten hunderte Bienen, von denen einige mit Nummern markiert waren. Wie bei einem Pferderennen konnten Kinder wetten, welche der fleißigen Honigsammlerinnen den etwa 100 Meter weiten Weg bis zu ihrem Bienenkorb am schnellsten zurücklegen würde.
Tatsächlich schaffte es Max’ Biene als Erste ins Ziel. Als Gewinn erhielt der kleine dieser ein Glas Honig.
Am Samstag feierte das Bienenmuseum in Rumeln seinen „Tag der offenen Tür“. Kinder konnten dort Bienenwachskerzen rollen, Nistkästen für Solitärbienen basteln und ihr Geschick bei lustigen Spielen beweisen.
„Wir wollen den Besuchern heute zeigen, dass Bienen sehr sanftmütige Tiere sind und damit Ängste abbauen“, erklärte Udo Schmelz vom Kreisimkerverband Duisburg. Die Kinder stauten als sich einer der Imker in den Finger stechen ließ. „Wir sind schon fast immun gegen das Gift. Außerdem hilft es gegen Rheuma“, berichtete dieser.
Im Bienenmuseum erfuhr man nicht nur mehr über Bienen, auch die Lebensweisen von Hummeln, Wespen und Hornissen wurden den Besuchern erklärt. Udo Schmelz war es besonders wichtig mit Vorurteilen aufzuräumen. „Wespen und Hornissen sind friedlicher als ihr Ruf.“ Jeder Hornissenbau helfe bei der bekämpfung von Ungeziefer. „Ein großer Hornissenschwarm vertilgt über ein halbes Kilo an schädlichen Insekten am Tag“, berichtete der Experte.
Neben vielen historischen, aber auch modernen Bienenkörben, die als Anschauungsmaterial bei Führungen dienten, beeindruckte vor allem die Sammlung „Honige der Welt“. Hier sind über die Jahre 255 Sorten Honig aus den verschiedensten Ländern zu sehen. „Unser ganzer Stolz ist ein arabischer Honig. Dieser wird in einer Samtschachtel verkauft und kostet über 150 Dollar das Pfund“, so Udo Schmelz.
Viele der Besucher erfuhren Details über die Honigproduktion, die ihnen neu waren. „Viele wissen gar nicht genau, wie die Bienen den Honig machen. Wenn wir das erklären sind die Leute immer wieder erstaunt“, so Imker Udo Schmelzer. Das Imkern interessiere zudem immer mehr Menschen. „Der Imkerverband Duisburg bildet in diesem Jahr 80 neue Imker aus. Die Hälfte davon sind Frauen.“
Der „Tag der offenen Tür“ des Bienenmuseums sei sehr erfolgreich gewesen: „Wir hatten heute rund 300 Besucher, viele davon Kinder. Ich glaube, dass die Leute gerne hierher kommen, weil sie die Bienen hautnah erleben können. Anfassen ist auf jeden Fall erwünscht.“
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