Duisburg: Bilder voller Optimismus
VON SONJA BROWATZKI - zuletzt aktualisiert: 25.05.2009Duisburg (RPO). "Farbmomente" heißt die Ausstellung der Künstlerin Ewelina Szambelan, die seit Sonntag im Homberger Malteser Krankenhaus St. Johannes-Stift zu sehen ist. Sie ist Teil der Reihe "Kunst im Stift".
Weg vom bloßen Abbild im Naturalismus oder der Momentanaufnahmen im Expressionismus zeigen Ewelina Szambelans abstrakte Werke Gefühle und Stimmungen. Manchmal lässt sich zwischen den kräftigen ineinander fließenden Farben vielleicht etwas ausmachen, das wirkt wie ein Blumenkelch oder sogar ein Mensch. Doch sind diese Ähnlichkeiten nicht ursprünglich gewollt.
"Bei mir ist es so, dass ich einfach ein Gefühl bekomme – Appetit. So wie andere Hunger haben und dann essen müssen, muss ich malen", erklärt die Künstlerin. "Dann habe ich keine bestimmte Idee im Kopf, sondern es fließt einfach aus mir heraus. Und dann tauchen Formen auf. Solche, die mir gefallen, werden dann unterstützt und herausgearbeitet." 54 dieser Bilder sind seit gestern in einer Ausstellung im Malteser Krankenhaus St. Johannes-Stift an der Johannisstraße 21 in Homberg zu sehen.
Talentiertes Kind
Bereits mit vier Jahren wurde die gebürtige Polin Ewelina vom Kunstlehrer ihrer großen Schwester Joanna entdeckt, als sie beim Warten vor der Tür ein wenig zeichnete. Er befand: "Die kleine hat Talent!". Daraufhin stand der Berufswunsch fest, es folgte die Ausbildung an einer Kunstschule und ein späteres Grafik-Studium in Dortmund bei Prof. Pitt Moog.
Querschnitt durch das Schaffen
Als Dr. Regina Hood vor zwei Jahren dort Chefärztin für Innere Medizin wurde, war sie bei der Suche nach einem passenden Gemälde für ihr neues Büro auf die Künstlerin gestoßen. Damals hatte Szambelans Schwester, Joanna Geißler, die im Moerser Malteser Krankenhaus St. Josef als Krankenpflegerin arbeitet, die Ärztin zu einer Ausstellung ihrer Schwester eingeladen. In "Dem Blick entronnen" fand Hood genau ihr Bild, der Kontakt zwischen dem Krankenhaus und der Künstlerin riss nicht mehr ab.
So wurde nun zuletzt der Förderverein des St. Johannes-Stift aufmerksam und lud die Künstlerin ein, ihre Werke in den Fluren im Erdgeschoss des Krankenhauses zu präsentieren. Auch für Szambelan ist diese Art der Präsentation neu: "Ich hatte bereits über 30 Ausstellungen in Galerien, aber in einem Krankenhaus ist es das erste Mal."
Die Bilder der aktuellen Ausstellung kann man fast als einen Querschnitt durch das bisherige Schaffen bezeichnen. Die Auswahl reicht von 2009 bis 1986 zurück. Viele der Werke tragen Namen, die ein wenig das offenbaren, was die Künstlerin selbst in ihr Bild interpretiert. So wirken die abstrakten Formen des Bildes "Les felicitationes" wie eine Geburtstagstorte und von "Le Fleur" wie bunte Blumenkelche in einem grün-gelben Wiesenmeer.
"Ihre Bilder sind das Passende für diesen strahlenden Frühlingstag", brachte Dr. Anna-Maria Hübel vom Förderverein die Stimmung auf den Punkt, die die Bilder beim Betrachter auslösen. Trauer, Wut oder Dunkelheit sucht man vergebens. Die Bilder wirken leicht, glücklich und drücken einen Optimismus aus, der nirgends einen besseren Platz finden könnte als in einem Krankenhaus.
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