Duisburg: Bissingheimer fühlen sich von Politik überrannt
VON JESSICA NARLOCH - zuletzt aktualisiert: 03.08.2009Duisburg (RPO). Eigentlich haben die Bissingheimer allen Grund zur Freude. Im Rahmen des Konjunkturpakets II wurde Anfang des Jahres beschlossen, dass sowohl der Dorfplatz in Bissingheim als auch ein Teil der Hermann-Grothe-Straße umgestaltet werden sollen, und dass mit einem Gesamtbudget von 500 000 Euro.
Dagegen hat erstmal keiner etwas. Zündstoff liefert allerdings die Frage, inwieweit der Dorfplatz verändert werden soll und wie sich diese Veränderungen auf angrenzende Geschäfte, die Parkplatzsituation und den Verkehr auswirken werden. Zudem fühlen sich die Bürger nicht ausreichend informiert und in den Planungsprozess eingebunden.
Nicht informiert worden
"Wir haben durch Zufall erfahren, dass im März über die Bebauung des Dorfplatzes abgestimmt wurde", bemängelt Günter Voß von der Bürgerinitiative Pro Bissingheim. "Kein Politiker hat uns darüber informiert. Wir waren zunächst sehr schockiert und sind dann beim Planungsamt vorstellig geworden." Von den lokalen Politikern fühlt sich Voß überrannt und bevormundet. Im Zuge dessen organisierte der Bürgerverein bereits in den vergangenen Monaten Diskussionsrunden, um sich mit den zuständigen Behörden und Politikern, vor allem aber mit den Bissingheimern zu beraten.
Am Freitag wurden unter dem Motto "Gestaltung und Nutzung des Dorfplatzes Bissingheim" erneut wichtige Themen besprochen. Dazu zählen die Verkehrsführung, der Erhalt der Bäume und Bushaltestellen rund um den Dorfplatz, der Denkmalschutz und die Parkplatzfrage. Geplant war zunächst die barrierefreie Nutzung des Platzes, der zu einem Begegnungsort mit Außengastronomie, Spielplatz und Biergarten werden soll. Kritisch sehen Anwohner und Einzelhandel die Einschränkung des Verkehrs und der Parkplatzmöglichkeiten. "Bisher sind nur fünf bis acht Parkplätze auf dem Dorfplatz vorgesehen", so Voß. Die Befürchtung ist, dass das ohnehin ruhige Bissingheim zur Geisterstadt wird.
Annelore Diel von der Metzgerei Diel hat dazu eine klare Meinung. "Keine Parkplätze – keine Kunden. Unser Ort ist schon jetzt eher verschlafen, wenn die Pläne so durchgesetzt werden, ist er tot. Den Dorfplatz schön zu machen ist toll, aber die Leute sollen noch einkaufen können", fordert sie. Insgesamt verlief die Diskussionsveranstaltung sehr positiv, Veranstalter und Bürger waren hoch zufrieden. "Wir haben sehr viel Feedback bekommen", erzählt Moderator Johannes Fulgraff von der SFP Bonn. "Die Stimmung war außerdem sehr konstruktiv und man pflegte untereinander einen wertschätzenden Umgang."
Nächste Runde Mitte August
Der nächste Schritt sei nun, die Anregungen der Bissingheimer seitens des Planungsausschusses zu prüfen und gegebenenfalls zu berücksichtigen, so Fulgraff. Die nächste Diskussionsrunde mit Ergebnissen wird dann am 19. August stattfinden.
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