Duisburg: Blinden über die Straße helfen
VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 05.03.2009Duisburg (RPO). Die regionalen Sieger von "Jugend forscht" stehen fest: Zwei von ihnen kommen aus Duisburg. Larissa Guntau beschäftigt sich mit Mathe, drei Gymnasiasten mit Ampeln, die auch Blinde "lesen" können".
Dieter Kroll, Mitglied des Vorstandes von Thyssen Krupp Steel, beschäftigt sich derzeit wohl vor allem mit eher unangenehmen Dingen: Die weltweite Wirtschaftskrise hat auch sein Unternehmen in schwieriges Fahrwasser gebracht. Gestern allerdings wollte er trotz Krise nur in die Zukunft sehen. "Ich ziehe meinen Hut vor den jungen Leuten und ihrem Erfindergeist", sagte der Pate des Regionalentscheids von "Jugend forscht" über den Nachwuchs. Zum 27. Mal wurde der im Bildungszentrum von Thyssen Krupp ausgetragen. Mit insgesamt 100 Teilnehmer sei die Jugend in diesem Jahr besonders engagiert, im vergangenen Jahr waren es 19 Teilnehmer weniger.
Junge Forscher
Neben dem Wettbewerb "Jugend forscht", an dem sich nicht nur Schüler, sondern auch Auszubildende von Thyssen Krupp Steel beteiligen (Altersklasse 14 bis 21 Jahre), bewertete die Jury gestern auch die Arbeiten von "Schüler experimentieren" (Altersklasse elf bis 14 Jahre).
Pascal Boxen, Mario Schlawne (beide 16) und Benjamin Schwarz (17) vom Huckinger Reinhard und Max-Mannesmann-Gymnasium waren nicht nur dabei, sie errangen in der Rubrik "Physik" sogar den Regionalsieg. Ihre Forschung: Eine automatische LED-Ampelkennung. "In Duisburg werden immer mehr Ampeln mit LED-Lampen betrieben", hat Benjamin Schlawne festgestellt. Ein Blinder wisse nicht, wann er über die Straße kann, da diese Ampeln bei Grün keine "Knackgeräusche" machen. Mit komplizierter Technik und mithilfe eines Computers haben die drei Forscher über ein Jahr lang daran gearbeitet, eine Technik zu entwickeln, die dem Blinden signalisiert, wann er über die Straße kann. Anhand der Lichtstrahlen, die eine Webcam zum Beispiel an der Jacke des Blinden erkennt, kann ein Pocket-PC, den er immer bei sich trägt, dem blinden Fußgänger ein akkustisches Signal geben. Mario Schlawne kann sich gut vorstellen, "dass das wirklich mal so im Alltag verwendet wird".
Larissa Guntau vom Steinbart-Gymnasium hat sich als einzige junge Frau in die "Männerdomäne" der Mathematik und Informatik getraut. Zwei Jahre lang beschäftigte sich die 18-Jährige intensiv mit Klauseln, Graphen und Matrizen. Am Ende hat sie es allen gezeigt und den Regionalsieg in dieser Kategorie nach Duisburg geholt. Die junge Frau ist merklich vom Forschergeist gepackt. "Wenn im Sommer das Wetter so schön war, hatte ich natürlich auch mal einen kleinen Durchhänger, aber manchmal flossen die Ideen auch nur so aus mir heraus", sagt sie.
Das Ergebnis: Ihre Berechnungen könnten dabei helfen, dass Navigationsgeräte die kürzeste Gesamtstrecke zwischen verschiedenen Orten finden, sagt sie. "Jugend forscht macht sich außerdem in Bewerbungen gut", meint Larissa Guntau. Für alle Gewinner der Regionalentscheidung von "Jugend forscht" geht es am 30. März nach Leverkusen zum Landeswettbewerb.
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