Duisburg: Boes und Klocke passen perfekt zusammen
VON INGO HODDICK - zuletzt aktualisiert: 08.11.2010Duisburg (RPO). Das beste bei der Revue, mit der im gut gefüllten Theater am Marientor (TaM) das diesjährige Kabarettfestival "Spaß.Gesellschafts.Abende" für Duisburg eröffnet wurde, waren die beiden Moderatoren Piet Klocke und Mirja Boes.
Wie erwartet, passen der lange Essener Meister der Halbsätze und die kurze kölsche Schnellsprecherin perfekt zusammen. Der Meister der geistvollen Kalauer verstieg sich zu Formulierungen wie "Beim Chinesen hier um die Ecke sind gerade Bayerische Wochen - was glauben Sie, wie oft mir da die Haxe vom Stäbchen..." und die im achten Monat schwangere Co-Moderatorin antwortete auf die Frage aus dem Publikum "Wann kommt das Kind?" mit "Ich hoffe nicht heute Abend" und "Wenn's fertig ist". Da saßen die Pointen immer, egal ob improvisiert oder geplant (Klocke: "Lachen Sie nicht, ich habe das alles mühsam auswendig gelernt!")
Die Kostproben aus den vier weiteren Abenden zündeten dagegen nicht durchweg. Fritz Eckenga (er tritt am 12. November im Kleinen Saal der Mercatorhalle auf) philosophierte über die "ruhrische" Sprache: "Das Deutsche bietet vier Fälle an, die man verwenden kann, aber nicht muss. Beispiel: ,Wen ist das Fahrrad?' - ,Sie!'" Saukomisch dagegen das Musik-Kabarett Ars Vitalis (zu erleben am 18. November in der Kulturzentrale Hundertmeister am Dellplatz). Ihren skurrilen Humor kann man nicht beschreiben, allenfalls einen Dialog wie diesen zitieren: ",Die Inder machen Musik mit den Eingeweiden!' - ,Nicht nur die Inder!'"
Anka Zink (am 23. November im Hundertmeister) bot gewohnt gutes Alltagskabarett, die First Ladies (am 25. November im Hundertmeister) wirkten hier dagegen etwas schrill. Erfreulich waren bei der Revue die beiden Nachwuchskünstler. Matthias Reuter brachte einige seiner bereits bestens bekannten Nummern wie die Supermarkt-Groteske ("Marvin, beiß den Mann!"). Und Carolin Kebekus trug nicht zitierfähige Sprüche aus dem Kölner Ghetto mit zuckersüßem Charme vor.
Witzig auch das Ende nach über drei Stunden: Alle zusammen sangen Matthias Reuters Ruhrgebiets-Reggae. Klar, da denkt man an rauchende Schlote...
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







