Duisburg: Bombensuche startet bald
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 14.08.2009Duisburg (RPO). Komplizierte technische Verfahren sollen bei der Untersuchung der CO-Pipeline-Trasse auf Kampfmittel eingesetzt werden. Schon in diesem Monat wollen die Verantwortlichen mit der Untersuchung beginnen.
3,5 Kilometer der CO-Pipeline-Strecke auf Duisburger Gebiet sollen, wie gestern berichtet, auf Kampfmittel untersucht werden. Dabei handelt es sich nach dem Pressesprecher des Regierungspräsidenten Jürgen Büssow, Bernd Hamacher, um das Teilstück, das nach der Unterquerung des Rheins bei Uerdingen durch das Rheinvorland von Mündelheim nach Serm führt.
"Wir werden uns noch in diesem Monat mit dem Auftraggeber Wingas und einer Spezialfirma, die die Untersuchung unter Oberaufsicht der Kampfmittelaufsicht des Landes durchführen wird, zusammensetzen", so Hamacher. Die Wingas dränge als künftiger Betreiber der in der selben Trasse verbauten Erdgas-Hochdruckleitung auf eine schnelle Untersuchung, so Hamacher. Zum Einsatz sollen drei Verfahren kommen: Messungen mit Radar, mit Magneten, "und da, wo der Boden diese Mechanismen nicht zulässt, ist geplant, das Erdreich links und rechts von der Trasse in einem Abstand von fünf Metern aufzubuddeln. Die Untersuchungen könnten schon in diesem Monat starten", so der Pressesprecher.
Bei den Bauarbeiten an der Trasse war vor einiger Zeit gleich hinter dem Grundstück des Rahmers Dr. Hartmut Wandt eine Granate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Damals wollten die Bauarbeiter – so die Angaben des Anwohner – das explosive Geschoss wieder vergraben. Erst nach heftigen Widerstand Wandts und dem Einschreiten der Polizei hätte die Situation geklärt und die Bombe entschärft werden können (die RP berichtete).
"Schon damals hätte das zu einem sofortigen Baustopp der Pipeline führen müssen", findet Erich Hennen, Sprecher der Bürgerinitiative "COntra Pipeline". Vom jetzigen Vorhaben des Landes ist er nicht überzeugt: "Wenn man den Boden mit Ultraschall untersuchen will, müsste man eigentlich alle anderthalb Meter Bohrungen vornehmen, wie Fachfirmen uns berichtet haben. Der ganze Streit wird immer mehr zu einer Lachnummer."
Die Stadt Duisburg hat von dem Vorhaben des Landes erst gestern aus unserer Zeitung erfahren, wie ein Verwaltungsmitarbeiter mitteilte. "Wir stehen in der Frage der Pipeline auf Seiten der Bürgerinitiative", hieß es weiter.
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