Duisburg: Bruckhausen – Düsseldorf – Shanghai
VON FLORIAN SCHNEIDER - zuletzt aktualisiert: 18.08.2007Duisburg (RPO). Zunächst fanden sich die Piloten der „ThyssenKrupp Classic und Youngtimer-Rallye“ in einer autofeindlichen Welt wieder – dem Thyssener Hüttenwerk in Bruckhausen. Denn dort wird alles, was aus Stahl besteht, eingeschmolzen.
Keine schöne Vorstellung für einen Fahrer, der kurz darauf mit seinem Boliden nach Shanghai aufbricht und sich mehrere Wochen ganz und gar auf die Karosse verlassen muss. „Hier ist das Autoleben zu Ende“, sagte einer aus der Gruppe der Teilnehmer während der Besichtigung eines Hochofens.
Doch einige Meter weiter, außerhalb des Gebäudes, pulsierte das automobile Leben: Ein 75 Jahre alter Ford B13/50 Rheinland reihte sich an einen schönen, silberfarbenen Porsche 356 Cabrio von 1954. Einige Schritte weiter stand der BMW 3.0 CSi von Katharina König von 1973 und der zehn Jahre ältere, weiße Mercedes 220 SE von Wolfgang Krabow. Aber auch Youngtimer wie der Mercedes 560 SEC von Jonni Winkler und Marco Wilm oder der Porsche 944 der Schweizer Michael Vestner und Iwan Panizzi waren dabei.
Ein Arzt und ein Mechaniker begleiten die abenteuerliche, 43-tägige Reise, welche die 51 Piloten und Copiloten durch fast ganz Asien führt. Einige der Fahrer haben das Handwerk ebenfalls gelernt: „Ich bin Kfz-Mechaniker und habe alles, was ich brauche, im Gepäck“, sagt Vestner.
Unter den Fahrern ist auch eine Kfz-Mechanikerin, die seit ihrem 16. Lebensjahr Rallyes absolviert. Noch außergewöhnlicher ist ihr Alter: Heidi Hetzer ist 70 Jahre alt und will mit ihren zwei Begleiterinnen in einem Opel Rekord Coupé von 1964 die 12 689 Kilometer lange Strecke meistern. „Man weiß nicht was auf einen zukommt, das ist super. Es muss was passieren“, erzählt die lebhafte Berlinerin voller Vorfreude.
Brücke nach China schlagen
ThyssenKrupp will mit der Rallye „eine Brücke zu einer großen Technikschau schlagen“, schreibt der Vorstandsvorsitzende der ThyssenKrupp AG, Ekkehard D. Schulz, in seinem Grußwort an die Fahrer. Das Unternehmen möchte mit der Rallye auf die „Technology Days“ in Shanghai aufmerksam machen, die mit Ankunft der Fahrer, am 29. September, im „Science & Technology Museum Shanghai“ beginnen. Die Ausstellung soll der chinesischen Öffentlichkeit die technologischen Leistungen des Konzerns aufzeigen, die zur Entwicklung Chinas beitragen. Schwerpunkt wird der Umweltschutz und der Umgang mit der bestehenden Ressourcenknappheit sein. Für die Rallyeteilnehmer ist jedoch der Weg das Ziel: „Das schönste“, schwärmt Klaus Bahrke, der mit dem 75 Jahre alten Ford Rheinland unterwegs ist, „ist das Völkerverbindende, was man auf solch einer Rallye erlebt“.
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