Duisburg: Brückenwerfer stellt sich selbst
zuletzt aktualisiert: 16.09.2008Duisburg (RPO). Nur wenige Tage nach den Holzwürfen von den Fußgängerbrücken auf die A 3 hat die Polizei den mutmaßlichen Täter gefasst: Am Samstag stellte sich der 21-jährige René S. in Begleitung eines Betreuers der Polizei und gab zu, die Kanthölzer auf die Autobahn geworfen zu haben.
Wie berichtet waren am Abend des 8. September mehrere Rundhölzer von den Fußgängerbrücken Aktienstraße und Nachtigallental auf die Fahrbahn der A 3 geflogen. Ein Rundholz hatte das Führerhaus eines Lkw nur knapp verfehlt und war in den Kühlergrill geflogen. Fünf Autos wurden beschädigt, als sie in andere Holzteile fuhren, die auf der Autobahn lagen. Verletzt worden war dabei niemand.
Schnaps und Kräuterlikör
Der 21-Jährige, der in einer nicht näher bezeichneten Einrichtung lebt, hatte sich eigenen Angaben zufolge am Tattag mit einem Mitbewohner heftig gestritten. Dann habe er Schnaps und Kräuterlikör getrunken. Um seinen Frust und seine Aggressivität abzubauen, habe er dann ein Gitterstück aus einem Holzzaun an einer Baustelle herausgebrochen und von der Brücke geworfen.
Die Autobahnpolizei ging zunächst davon aus, dass ein Lkw die Rundhölzer verloren hat, sperrte die Autobahn kurzzeitig und sammelte das Holz ein. Offensichtlich hatte der 21-Jährige beobachtet, wie die Polizei mit Blaulicht anrückte und die Situation zunächst bereinigte. Unmittelbar danach warf er dann von der zweiten Fußgängerbrücke noch einmal Holz auf die A 3.
Eine Stunde später wurde er mit schmutzigen Händen auf seinem Mountainbike von zwei Beamten der Polizeiinspektion Süd in der Nähe angetroffen und befragt. Er gab an, gerade aus dem Wald gekommen zu sein.
Vermutlich wegen des Fahndungsdrucks und seines schlechten Gewissens stellte er sich am Samstag selbst. Bei seiner Vernehmung erklärte er, nicht in Tötungsabsicht gehandelt zu haben. „Es kann mir keiner erzählen, er wüsste nicht, dass dabei auch jemand zu Tode kommen kann“, meinte Staatsanwalt Martin Hein, der S. Mordversuch mit gemeingefährlichen Mitteln vorwirft.
Hein beabsichtigt, ein psychiatrisches Gutachten zur Klärung der Schuldfähigkeit von René S. einzuholen. Der 21-Jährige ist bereits wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung und versuchter Brandstiftung in Erscheinung getreten. Er leide an einem Borderline-Syndrom, einer schweren Persönlichkeitsstörung, und sei eine „Gefahr für die Allgemeinheit“, erklärte er bei seiner Vernehmung.
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