Duisburg: CO-Pipeline: Noch mehr Bomben vermutet
VON MARITA JÜNGST UND STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 14.12.2009 - 16:36Duisburg (RPO). In Duisburg ist am Montagmorgen eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Nun sucht der Kampfmittelräumdienst dort nach weiteren Bomben.
Um 11.22 Uhr hatte Peter Giesecke vom Kampfmittelräumdienst die amerikanische Zehn-Zetner-Bombe an der B 288 erfolgreich entschärft. Rund 20 Minuten brauchte der Feuerwerker, der seit 30 Jahren in diesem Beruf arbeitet, um den Sprengkörper mit Aufschlagzünder unschädlich zu machen. 145 Kilo TNT-Sprengstoff befinden sich in einer solchen Bombe.
Bei einer Explosion reißt sie einenKrater von 15 Meter Umfang. Die Splitter, so der Feuerwerker, würden jedoch mehrere hundert Meter weit fliegen. Zwei Meter neben der B288 lag die Zehn-Zentner-Bombe seit dem Bau der Bundesstraße. Gefunden wurde sie beim Bau nicht. Das läge daran, dass der Kampfmittelräumdienst immer nur punktgenau die Strecke auf Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg untersuchen würde, auf der auch später gebaut werden würde, erklärte ein Mitarbeiter des Duisburger Ordnungsamtes. Schon wenige Meter neben der Fahrbahn könnten somit auch weitere Bomben und Granaten liegen.
Weitere Suche nach Bomben
Ausschließen wollte dies keiner der Verantwortlichen. Mit ein Grund für den zweiten Einsatz des Kampfmittelräumdienstes in Duisburg am gestrigen Tage.Zeitgleich zu rEntschärfung fuhr ein Traktor mit Spezialausstattung des Kampfmittelräumdienstes über einen Acker im Mündelheimer Rheinvorland, um die Trasse der CO- und Erdgas-Leitung auf mögliche Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg hin zu untersuchen. Gestern nämlich startete die Bezirksregierung in Düsseldorf mit der nachträglichen Detektierung der Trasse, weil es Wingas vor dem Verlegen der Leitungen versäumt hatte, den Antrag zur Untersuchung auf Kampfmittelfreiheit zu stellen, die Rp berichtete ausführlich.
Untersucht wird zunächst ein 3,5 Kilometer langer Abschnitt zwischen dem Rhein in Mündelheim und Serm. Drei Tage lang wird der mit acht Magnetsonden ausgestattete Traktor die Trasse abfahren und dabei Daten sammeln. „Diese Sonden reagieren auf Eisenkörper im Boden”, sagt Rolf Vogelbacher, Dezernent für den Kampfmittelräumdienst bei der Bezirksregierung in Düsseldorf. Das nun ausgewählte Teilstück stand im Zweiten Weltkrieg unter heftigem Artilleriebeschuss.
Außerdem gebe es an einer Stelle einen konkreten Verdachtsfall, so Vogelbacher weiter. Insgesamt sollen entlang der kompletten Leitungstrasse von Uerdingen nach Dormagen 40 Flächen auf Kampfmittel hin untersucht werden. Ergeben sich daraufhin Verdachtsfälle, wird der Kampfmittelräumdienst zur weiteren Untersuchung Bohrungen durchführen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







