Duisburg: Darum stehen wir am Ende
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 23.08.2007Duisburg (RPO). Für das schlechte Abschneiden bei der Gesundheitstudie gibt es schlüssige Erklärungen. Stadtdirektor Dr. Peter Greulich hofft, dass durch die Veröffentlichung die Probleme noch mehr in den Fokus rücken.
77 Plätze liegen zwischen Deutschlands angeblich gesündester Stadt (Ulm) und Duisburg (Platz 78 von 81). „Das hat mich nicht überrascht“, sagt Stadtdirektor Dr. Peter Greulich, in dessen Zuständigkeitsbereich das Thema Gesundheit fällt. „Schauen Sie sich nur die erstplatzierten Städte und deren Strukturen und Umgebungen an“, da beantworte sich manche Frage schon ganz von alleine.
Duisburg hat schlecht abgeschnitten, „weil die Sozialstruktur hier so schwierig ist.“ Die schlechteste Note, eine glatte Sechs, gab es für die soziale und medizinische Versorgung. „Das erschließt sich mir nicht ganz. Denn wir haben mit Sicherheit keinen Ärztemangel“, aber in Bezug auf die Schwächen im Sozialbereich „kann ich nur zustimmen. Und wir sind schon länger dabei, hier für Abhilfe zu sorgen.“
Der Duisburger Sozialbericht zeige auf, wo Handlungsbedarf bestehe. „Aber die Erfolge stellen sich nun einmal nicht von heute auf morgen ein.“ Leider bestehe zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit/Krankenheit ein allgemein bekannter direkter Zusammenhang, was die schlechte Benotung unterstreiche. Derartige Probleme seien für Duisburg nicht neu.
„Als ich hier meine Arbeit aufnahm, war allerdings nicht gewünscht, dass das öffentlich bekannt wird.“ Zwar trage die schlechte Benotung nicht gerade zur Imageverbesserung bei, „aber wir müssen über unsere Lage offen reden, wenn wir etwas verändern wollen.“
Auch die Noten für „Freizeit“, eine Vier, und für „Umwelt, Wohnen und Erholung“ (Fünf) sind nicht nach Greulichs Geschmack, seien aber zu erwarten gewesen. „Wir brauchen in der Tat mehr Grün und mehr Parks und mehr Angebote im Freizeitbereich.“ Der Rheinpark in Hochfeld, der Grüngürtel im Norden, die Landesgartenschau – alles das seien Projekte, mit denen gegen die schlechte Benotung bereits angegangen werde.
„Aber hier gilt, wir brauchen Zeit. Die schlechte Situation, die uns in der Studie bescheinigt wird, ist schließlich Folge einer jahrzehntelangen Entwicklung.“ Fakt sei, dass die Größe der Fläche, die unter den Abgasen der Industrie leidet, deutlich kleiner geworden sei. Maßnahmen zur Luftreinhaltung, zur Verminderung der Belastungen in Boden und Wasser zeigten erste Erfolge.
Diese verbesserungen und dazu mehr Grün seien wichtige Indikatoren, um neue Arbeitgeber zu gewinnen, mit deren Hilfe die krank machende Arbeitslosigkeit gesenkt werden könne.
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