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Duisburg: „Das ist eine Hetzkampagne“

zuletzt aktualisiert: 17.08.2007

Duisburg (RPO). Antonio Pelle fürchtet um seinen Ruf. Der Mitinhaber des Landhauses Milser wurde in San Luca geboren – jenes kalabresische 4000-Seelen-Dorf, aus dem die mutmaßlichen Killer der Morde vor dem Silberpalais kommen.

Antonio Pelle vor dem Landhaus Milser. Foto: Andreas Probst

Herr Pelle, Sie werden immer wieder im Zusammenhang dem sechsfachen Mord am Silberpalais angerufen, weil ihr Name dem einer Mafia-Familie aus ihrem Heimatort entspricht.

Pelle Ich habe mit der Mafia überhaupt nichts zu tun.

Und Sie fühlen sich von den Medien verdächtigt wegen ihres Namens?

Pelle Das ist eine Hetzkampagne, die nicht in Ordnung ist. Die italienische Presse ist schon richtig diskriminierend.

Wie wehren Sie sich?

Pelle Ein Mensch sucht sich seinen Namen und seinen Heimatort doch nicht aus – wohl aber den Weg, den er geht. Und ich bin vor mehr als 30 Jahren nach Duisburg gezogen. Ich habe ein Hotel aufgemacht – und zwar ohne Mafia-Geld. Meine Kredite kommen vom Land NRW. Das ist jawohl keine Mafia-Organisation.

Sie haben einem italienischen Journalisten gesagt, es würde Jahre dauern, sich von diesem Makel zu befreien. Meinen Sie, die Deutschen stellten die Italiener gleich unter Generalverdacht, mit der Mafia im Bunde zu sein?

Pelle Ja, alle werden über einen Kamm geschert. Es gibt in Deutschland so viele Italiener – wie mich – die seit 30, 40 Jahren hart arbeiten und überhaupt nichts mit der Organisierten Kriminalität zu tun haben. Ich habe viel Gutes hier geleistet und will das auch weiterhin tun.

Sie hatten wahrscheinlich in den letzten 24 Stunden sehr viel Kontakt zu Ihren italienischen Landsleuten aus Duisburg. Haben die Angst?

Pelle Angst nicht. Bei uns herrscht vor allen Dingen Betroffenheit. Wir können die Morde überhaupt nicht fassen.

Wirklich keine Angst? Immerhin ist es das erste Mal, dass – angenommen, es ist tatsächlich ein Mafiamord – eine solche Tat in Deutschland ausgeführt wurde.

Pelle Es ist schon erschreckend, auf jeden Fall.

Fürchten Sie denn nun Umsatzeinbußen, weil Kundschaft ausbleibt?

Pelle Nein, unsere Stammkunden wissen, dass wir mit diesen Machenschaften nichts zu tun haben.

Quelle: RP

 
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