Duisburg: Das "Wunder von Marxloh"
VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 27.10.2008Duisburg (RPO). Am Wochenende ist an der Warbruckstraße Deutschlands größte Moschee mit einem großen Festakt eröffnet worden. Über 10.000 Besucher feierten rund um die neue DTIB-Merkez-Moschee. Proteste blieben aus.
Es herrschte eine ausgelassene Stimmung wie auf einem Volksfest. Ganz Marxloh war auf den Beinen, als gestern an der Warbruckstraße Deutschlands größte Moschee eröffnet wurde. Überall wimmelte und wuselte es von Menschen rund um die Moschee.
Schon bei der Anreise wurde den Besuchern klar: Hier ist etwas los, es wird voll. Viele Autos aus Duisburg und der Umgebung, aber auch aus England oder Belgien waren in ganz Marxloh auf Parkplatzsuche unterwegs. Alle Straßen rund um die Moschee waren von Polizei und Ordnungsamt abgesperrt.
Auf dem Vorplatz begrüßten junge Türken Gemeindemitglieder und Besucher mit knallgelben Schildern. „Willkommen in Marxloh stand darauf. „Wir wollen die Leute mit einer guten Botschaft empfangen“, sagte Ismael Tazoglu. Der 15-Jährige strahlt. „Die Moschee an diesem Ort bedeutet für uns ein Stück Heimat“, sagte er.
Auch im großen Zelt auf dem Parkplatz vor der Moschee, in dem die Eröffnungsfeier stattfand, wimmelten und wuselten große und kleine Menschen, Frauen mit und ohne Kopftuch, durcheinander. Es gab Tee und Kaffee, und Fladenbrot gegen den Hunger. Aus ganz Deutschland waren neugierige Journalisten angereist, die sich mit Kamera, Mikrofon oder mit Block und Stift auf Stimmenfang durch die Menge wühlten.
Viele bekannte Gesicher
Mitten unter das bunte Chaos hatten sich viele bekannte Gesichter aus Duisburg, aus NRW und ganz Deutschland gemischt. Unter den Gästen waren NRW-Integrationminister Armin Laschet, NRW-Bauminister Oliver Wittke, die NRW-Landtagspräsidentin Regina van Dinther, der Europaparlamentsabgeordnete Cem Özdemir viele Landtagsabgeordente, unter ihnen Rainer Bischoff, Oberbürgermeister Adolf Sauerland, Alt-OB Josef Kring, Karl Janssen vom Dezernat für Familie, Bildung und Kultur der Stadt Duisburg, der Geschäftsführer der Duisburger Mercedes-Niederlassung, Wilhelm von Helms, der katholische Bischof Felix Genn, der Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider und Michael Rubinstein, vom Vorstend der jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen und viele mehr. Es schien fast, als ob sie sich wie alle anderen der über 10.0000 Besucher, vom immer wieder zitierten „Wunder von Marxloh“ an diesem Tag selbst überzeugen wollten.
Und es bleibt auch an diesem für die türkisch-islamische Gemeinde in Marxloh so besonderen Tag ein Wunder: Denn die Proteste, oder gar Randale, die manch einer doch noch insgeheim befürchtet hatte, blieben auch bei der feierlichen Eröffnung aus.
Überall waren glückliche Gesichter zu sehen. Haite Mazan etwa, eine junge, traditionell gekleidete Türkin, spricht aus, was wohl viele hier empfanden. „Ich bin sehr, sehr stolz und glücklich“. Dabei lachte sie und sah in Richtung der neuen Moschee, die an diesem Tag tatsächlich aussah wie ein Geschenk: Dekoriert mit einer großen roten Schleife, die einmal um das gesamte Gebäude reichte.
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