Duisburg: "David, das Rathaus mag dich"
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 17.04.2010Duisburg (RPO). Gestern wurde die rosa-blonde Skulptur des Düsseldorfer Künstlers Hans-Peter Feldmann, die Michelangelos 500 Jahre altes Meisterwerk zum Vorbild hat, an der "Kante des Kantparks" vor dem Lehmbruck-Museum enthüllt.
Gesehen hatten ihn ja alle schon vorher, dennoch wurde der sechs Meter hohe, auf einem drei Meter hohen Sockel stehende "David" des Düsseldorfer Künstlers Hans-Peter Feldmann gestern "offiziell enthüllt". Jetzt steht er nun dauerhaft da: An der "Kante zum Kantpark", einige Schritte von der Knieenden entfernt, im Eingangsbereich des Wilhelm-Lehmbruck-Museums. Und da steht er gut so, meinte Oberbürgermeister Adolf Sauerland.
Der OB bemerkte auch die Blickrichtung der Skulptur: David blicke Richtung Rathaus. "Lieber David, alter Kumpel, das Rathaus mag dich!", sagte Sauerland unter dem Beifall der lachenden Umstehenden. Den meisten gefalle dieser David, so Sauerland. Dass es auch kritische Stimmen gebe, sei nicht schlimm: "Kunst muss kontrovers sein, sonst wäre sie beliebig oder langweilig", sagte Sauerland, der im Übrigen dem neuen Museumsdirektor Prof. Raimund Stecker zu seinem "fulminanten Auftakt" gratulierte.
Spontane Begeisterung
Stecker hatte nach seiner Wahl im Spätsommer des vergangenen Jahres bei seinem Antrittsbesuch im OB-Zimmer eine kleine bunte David-Skulptur auf den Besuchertisch gestellt und zu Sauerland gesagt: "Den möchte ich gerne vor dem Lehmbruck-Museum aufstellen, nur sechs Meter hoch." Sauerland sei von der Idee spontan begeistert gewesen. Erst danach habe er, Stecker, mit dem Künstler Hans-Peter Feldmann gesprochen. Später konnte der DVV-Konzern (Stadtwerke) als Sponsor gewonnen werden. Gemunkelt wird, dass der David insgesamt 120 000 Euro gekostet hat. Stecker überraschte gestern die Gäste damit, als er mit einer Bibel ans Rednerpult ging. Daraus las er Auszüge aus der David-und-Goliath-Geschichte. David sei ein Symbol der Jugend, Unerschrockenheit, List und Schönheit. Feldmann habe mit seinem Rückgriff auf die rund 500 Jahre alte Skulptur von Michelangelo den Satz "Schönheit ist vergänglich" relativiert: Schönheit könne man aktualisieren! Bei Feldmanns David jr. gehe es auch nicht um Provokation, sondern um Schönheit.
Keine Angst vor Kitsch
Der Künstler selber sprach nicht am Mikrophon, doch im persönlichen Gespräch zeigte er sich mit Steckers Interpretation zufrieden. Auf die Idee, eine kolorierte Fassung der berühmten Skulptur Michelangelos zu schaffen, sei er gekommen, nachdem er auf einem Trödelmarkt einen kleinen Gips-David gekauft und diesen dann, "wie Kinder das auch tun", bemalt hatte. Es gehe ihm in der Tat ums Schönermachen, Angst vor Kitsch habe er nicht.
Na, ja. Humor und Ironie sei natürlich auch dabei.
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