Duisburg: Dem guten Ruf verpflichtet
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 28.02.2011 - 08:40Duisburg (RPO). Das Steinbart-Gymnasium steht bei den Eltern hoch im Kurs. Doch was passiert, wenn die Schülerzahlen in den nächsten Jahren sinken? Schulleiter Minnema ist da ganz optimistisch.
Das Steinbart-Gymnasium an der Realschulstraße scheint bei "Jugend forscht" ein Abo gebucht zu haben. Jahr für Jahr heimsen seine Schüler bei dem Wettbewerb der Jungforscher erste Preise ein, vor allem mit ihren mathematischen Arbeiten. Das Steinbart – ein naturwissenschaftliches Gymnasium? "Das würde viel zu kurz greifen", sagt Schulleiter Peter Michael Minnema und verweist beispielsweise auf die intensiven Aktivitäten bei der Förderung von Sporttalenten.
Das Steinbart hat in den vergangenen Jahren seinen traditionellen Ruf als Sport-Gymnasium, der zwischenzeitlich mal zu verstummen drohte, wieder ausgebaut. Und das mag ein Grund dafür sein, warum die Schule in diesem Jahr beim Anmeldeverfahren extrem gut abschnitt.
Förderung spezial
Schier unzählige Schul- und Landesmeistertitel in verschiedenen Disziplinen (allen voran im Hockey) sind Beweis, dass die Förderung von Erfolgen gekrönt ist. Seit Jahren betreibt die Schule gemeinsam mit dem Stadtsportbund ein Internat für Sporttalente. 50 bis 60 Schüler gehören zu diesem besonderen Kreis, der für Wettkämpfe fit gemacht, zu den Spielen begleitet wird und so viel schulische Unterstützung erhält, dass keine Wissenslücken gegenüber den "normalen" Mitschülern entstehen können.
Bei den Eltern genießt die Schule ganz offensichtlich ein besonders hohes Vertrauen. Seit Jahren ist der Run aufs Steinbart gewaltig. Besonders deutlich wird dies in zwei Jahren, wenn rund 300 Schüler mit dem Abitur in ihr weiteres Leben starten werden. Für Minnema sind die zurückliegenden positiven Entwicklungen an seiner Schule kein Grund, sich bequem zurückzulehnen, sondern sie sind Ansporn für die Zukunft. Die Tatsache, dass die Zahl der Duisburger Schüler kontinuierlich sinkt, ist auch für ihn ein Zukunftsproblem. "Wir werden sicherlich nicht den Fehler machen, künftig unsere Leistungsstandards herabzusetzen, um an möglichst viele Schüler zu kommen", sagt er. Ein Gymnasium bereitet auf ein Studium oder auch auf höherwertige Berufe vor. "Nur das kann für uns die Richtschnur sein." Wichtig sei, neben hoher Qualität auch eine möglichst große Vielfalt zu erhalten, sprich ein breites Fächerspektrum bei den Grund-und vor allem Leistungskursen in der Oberstufe. Bereits heute gibt es am Steinbart Kooperationen mit umliegenden Gymnasien und Gesamtschulen. Hier werde es künftig noch mehr Handlungsbedarf geben, ist Minnema sicher. Durch die Zusammenarbeit werden beispielsweise Leistungskurse in Französisch oder Spanisch möglich, für die jede Schule für sich nicht genug Teilnehmer finden würde. Diese garantierten Angebote und damit eine große Verlässlichkeit seien ein ganz wichtiges Kriterium der Eltern bei der Schulwahl.
Chance für die Zukunft
Minnema setzt weiter darauf, dass die vom Land forcierte gemeinsame Beschulung von Behinderten und Nicht-Behinderten eine große Chance eröffnet. "Wir haben heute schon behinderte Kinder an unserer Schule, deren Integration überhaupt kein Problem ist." Vor einiger Zeit legte beispielsweis ein autistischer Schüler am Steinbart seine Reifeprüfung ab, dem während seiner Schulzeit stets eine persönliche Bezugsperson an die Seite gestellt worden war. Diese personelle Ausstattung erwartet Minnema auch für die Zukunft. Denn fürs Gelingen der Integration seien solche zusätzlichen Fachkräfte unverzichtbar. Minnema kann bei der Lehrereinstellung zwar über einen eigenen Etat verfügen, hat damit Einfluss darauf, dass möglichst viele qualifizierte, kreative und hoch motivierte Pädagogen eingestellt werden können. "Aber wenn wir vor neue Herausforderungen gestellt werden, dann bräuchten wir auch mehr Geld."
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