Duisburg: Denkmaltafel für Kruppsiedlung
VON NILS HERRMANN - zuletzt aktualisiert: 18.07.2008Duisburg (RPO). Seit 1999 sind vom Regionalverband Ruhr schon 359 Baudenkmäler an der 200 Kilometer langen „Route Industriekultur“ mit Hinweistafeln unterschiedlichen Formats versehen worden.
Einige davon stehen auch in Rheinhausen (man denke nur an das Tor 1 oder die Bliersheimer Villen). Die mit Abstand Größte wurde gestern am Krupp-Platz enthüllt. Tafel Nummer 360 bildet auf eloxiertem Aluminium die Geschichte der Margarethensiedlung ab.
Bedeutendes Denkmal
„Sie ist eine der ersten und bedeutendsten Krupp-Siedlungen überhaupt“, kommentiert Reinhold Budde, Betriebsleiter beim Regionalverband Ruhr, die Wahl der Jury. 1903, sechs Jahre nachdem die ersten Hochöfen des Krupp-Hüttenwerks in Rheinhausen angeblasen wurden, begann der Wohnungsbau an der Margarethenstraße.
Nach den Plänen des Württemberger Architekts Robert Schmohl wurden hier in einem ersten Bauabschnitt bis 1906 Unterkünfte für die Arbeiter und Angestellten des Kruppschen Industriekomplexes geschaffen. „Herausragend ist vor allem die Konzeption als Gartenstadt“, weiß Budde. Erstmals habe man versucht, die Eintönigkeit der herkömmlichen Arbeiterquartiere zu durchbrechen und eine Gartenstadt mit viel Grün zu schaffen.
Bis in die 30er Jahre hinein wurde die Siedlung drei Mal erweitert. Ab 1922 zeichnete Georg Metzendorf, der Architekt der Essener Margarethenhöhe, für die Bauten am Bertha-Platz verantwortlich.
Ingrid Lenders von der Interessengemeinschaft Margarethensiedlung ist froh über die Tafel: „Endlich wird jedem gezeigt, dass die Siedlung denkmalgeschützt ist.“ Man habe sehr um den Denkmalschutz kämpfen müssen, erzählt die erste Vorsitzende. Seit 1979 kümmert sich ihr Verein um den Erhalt der Krupp-Häuser. Damals seien alle Krupp-Häuser reihenweise verkauft worden. Die Mieter hätten sich aus Angst, ihre Quartiere konnten abgerissen werden, zusammengerauft und die Wohnungen gekauft. Heute seien sie alle in privater Hand.
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