Duisburg: Der Konzern Bildung
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 15.03.2007Duisburg (RPO). Kultur- und Bildungsarbeit werden in der Stadt völlig neu organisiert. Dezernent Karl Janssen legte gestern die Karten auf den Tisch. Der Bildungskonzern Duisburg steht, zumindest auf dem Papier. Jetzt muss die Politik entscheiden, welche der Vorschläge umgesetzt werden, die Kulturdezernent KarlJanssen gestern vorstellte. Das ist geplant:
Philharmonie, Festivals
In einer noch zu gründenden Gesellschaft sollen Stadt und Wirtschaft künftig die Geschicke der Philharmoniker und des heutigen Festivalbüros managen. Bis zur Sommerpause sollen in einer Machbarkeitsstudie Details erarbeitet werden. Denn das hervorragende Orchester und die vier überregional wirkenden Festivals hängen finanziell am Tropf und werden auf Dauer ohne Einbindung der Wirtschaft ins Stolpern geraten.
Stadttheater
Karl Janssen wird der Politik vorschlagen, das Theater (Gebäude wie Nutzung) der Deutschen Oper am Rhein zu übereignen, die das Haus heute schon zu 70 Prozent belegt. Interesse der DOR sei vorhanden, so Janssen. Für nicht DOR-Veranstaltungen wird das Theater weiterhin zur Verfügung stehen
Die Ziele
Durch die Neustrukturierung soll die Kultur- und Bildungsarbeit in Duisburg gestärkt werden. Die Verantwortlichkeiten sollen eindeutiger verteilt werden. Die Einbindung der Wirtschaft in vertretbarem Maße soll sich finanziell positiv auf die Kulturarbeit auswirken. Janssen will mehr leistungsbezogene Kulturarbeit und er will sicherstellen, dass die politische Kontrolle gleichstark wie heute bleibt. Wichtig ist dem Beigeordneten zu betonen, dass das Konzept nicht gemacht ist, um Arbeitsplätze im Bereich Schule/Kultur zu vernichten.
Freie Szene und Kulturbüro
Das Kulturbüro und die freie Kulturszene werden zusammengeführt. Die Freie Szene wird dabei durch eine Dachorganisation vertreten, die zum Beispiel bei der Verteilung der Finanzmittel für eine Stärkung der Freien Szene sorgen kann. In vertretbarem Rahmen könne Geld von der Hochkultur zur freien Szene verschoben werden, so Janssen, beispielsweise vom Stadttheater zum KommAtheater.
VHS, Bibliothek, Musikschule
In einer „BildungsHolding Duisburg“ werden diese drei Einrichtung sowie die Schulverwaltung, die Tagesbetreuung von Schulkindern, die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern aus Zuwandererfamilien und die Bildungsplanung zusammengeführt.
Museen, Stadtarchiv
Fachunternehmen werden das Lehmbruck-, das Binnenschifffahrtsmuseum sowie das Stadthistorische Museum nach Konsolidierungsmöglichkeiten abklopfen und die inhaltlichen Konzepte prüfen, wie jüngst beim Atlantis-Kindermuseum schon geschehen. Beim Schifffahrtsmusuem sei denkbar, einen Partner aus der Wirtschaft ins Boot zu holen, so Janssen. Beim Stadthistorischen schlägt er eine Kooperation mit dem Stadtarchiv sowie (organisatorisch) mit dem NS-Dokumentationszentrum vor. Ergebnis könnte ein „Haus der Gechichte Duisburgs“ sein.
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